Mittwoch, 26. Dezember 2007


Heute gibts nicht viel, nur ein paar Bilder.
Das hier muss ein Autofrachter sein und zwar einer von denen, in die ein paar tausend reingehen. Man beachten den Größenunterschied zum Containerschiff rechts und den Wohnblöcken links. Dann haben mich heute noch ein paar Affen besucht.

Hier sieht man einen Spanner am Fenster.















Wenn du ihm nicht nett kommst, zeigt er dir, was er von dir hält und reibt seinen Hintern an deiner Scheibe.












Und wenn du ihn anmachst, dann, ja dann holt er seine ganze Familie und es gibt Zoff.

Freitag, 21. Dezember 2007

Freunde und Kollegen

Hallo zusammen, kurz vor Weihnachten wollte ich mal noch ein paar Bilder posten. Viel zu erzählen gibt es im Moment nicht. Heute ist vorerst der letzte Tag an der Uni, nach und nach verschwinden alle nach Hause, nur ich halte die Stellung. Michael und Thomas sind bereits in Deutschland, zum Glück darf ich aber den Saab benutzen, d.h. ich bin zumindest mobil. Meine Mitbewohner machen sich rar, sehe sie kaum noch, weshalb ich leider keine amüsanten Anekdoten zum Besten geben kann. So wie es also aussieht werde ich über Weihnachten und Silvester ein paar geruhsame Tage verbringen.
Jetzt aber zu den Bildern. Habe ja bereits von dem Tag bei Thomas berichtet, Strand, Burgbauen, Schwalben etc. Deshalb hier noch Fotos die mir Jonas zur Verfügung gestellt hat, bevor auch er morgen in Richtung Schweden aufbricht.
Erstes Bild: v.l.n.r Remmy, Jonas. Ersterer kommt aus Zambia und hat letzte Woche die erstaunliche Leistung vollbracht, dort mit nem BMW hin- und wieder zurück zufahren. Ich weiß nicht wieviele Tausend Kilometer das sind, aber ich weiß ganz sicher, dass man da durch Länder kommt, wo man erstmal schauen muss, ob es Tankstellen gibt. Jonas und ich waren der Meinung, dass das absolut zu gefährlich ist, wenn irgendwas an deiner Kiste kaputt geht, dann kann es sein du hängst irgendwo im nirgendwo und kommst nie wieder weg. Ganz abgesehen, dass das Auto soviel Wert ist, wie so mancher Afrikaner in seinem ganzen Leben nicht mal verdient, d.h. eine gewisse Diebstahl Gefahr besteht durchaus.
Zweites Bild: Was machen Physiker am Strand? Sie versuchen ein Dodekaeder zu bauen, dessen Abweichungen von der perfekten Form in der Größenordnung von Sandkörnern liegt. Scheitern jedoch. Naja, Jonas wollte eigentlich nen Würfel mit Kantenlänge 1m bauen, er wollte uns allerdings am Anfang nicht glauben, dass 1000 Liter Sand, nunmal tausend Liter Sand sind und das Vorhaben deswegen auf jeden Fall nicht gelingen konnte. Die Einflüsse auf diese Konstruktion lassen sich auf der linken (Maggie) und rechten (Homer) Seite erkennen, sowie an der Korrektur der Gravitationsformel, die Jonas ursprünglich mit 1/r angesetzt hatte. Das hätte jedoch auf unser Universum abstruse Folgen, weshalb ich gerade noch rechtzeitig die 2 hinzufügen konnte, bevor sich das Planeten confinement (Potential ~ ln r) auswirkte.
Drittes Bild: v.l.n.r. Ich (scheinbar auf Speed), Michael, Jessica (Freundin von Jonas aus Florida), Jonas, Yoda, ähm, ich meine Lajos Diosi aus Ungarn.
Lajos ist jedoch das für einen Schüler der stochastischen Quantenmechanik, was Yoda für einen Schüler der Macht ist. Er kann alles erklären, spricht aber oft langsam und in Rätseln und ist viel zu oft ungewollt komisch. Aber ein super sympathischer Mensch.

Noch kurz eine negative Nachricht: Wie vielleicht viele schon wissen ist Jacob Zuma zur Parteispitze in Südafrika gewählt worden und wird wohl nächstes Jahr Präsident werden. Das ist der Kerl, von dem ich bereits einmal erzählt habe, der glaubt HIV mittels Duschen besiegen zu können. Zudem ist er ausgebildeter Viehhirte. Ich will mir nicht vorstellen, wie ein Gespräch zwischen Angela Merkel und Zuma ablaufen könnte, das sollte aber so ähnlich sein, wie eins zwischen nem Neandertaler und Aristoteles. Am Ende erschlägt der Neandertaler sein Gegenüber mit ner Keule um seinem Statement (huga, ha, alle höhle mein!) nachdruck zu verleihen. Ich empfehle folgenden Link:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,524211,00.html
um mehr über das Debakel herauszufinden. Es scheint im Moment so zu sein, dass viele Weiße Südafrika verlassen (das sinkende Schiff?), weil sie keine Chance mehr auf Arbeit haben. Im direkten Konkurrenzkampf mit der schwarzen Bevölkerung zählt nicht die Ausbildung, Engagement, Kompetenz, sondern hauptsache kein weißer. Genau das passiert hier z.B. bei der Medizinausbildung. In einigen Jahren werden hier unfähige Ärzte nur so rumrennen. Das betrifft mich aber dann zum Glück nicht mehr. Im Moment sind die Krankenhäuser noch in 1A Zustand, allerdings ist die chaotische Organisation allmählich dort auch wieder zufinden, Wartezeiten können schon grundlos lang sein.
Schöne Weihnacht euch allen und bis bald.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Krishna Tempel und Uni bei Nacht

Wie ihr schon am Titel erahnen könnt, wurde es dieses Wochenende nichts mit dem Wildpark. Unser Trip wurde kurzerhand vom Führer komplett gestrichen, wegen wichtiger unvorhersehbaren Gründen, versteht sich. Das Wetter war auch nicht so berauschend, also war das nicht wahnsinnig schlimm. Damit das Wochenende aber nicht wieder spurlos vorüber zieht haben wir uns beschlossen doch was zu unternehmen. Neben einem Laden in dem man Afrikanische Kunst, in meinen Augen Plunder und Kruscht, einkaufen konnte, haben wir den größten Krishna Tempel in der südlichen Hemisphäre besucht. Krishna ist eine Gottheit bei den Hinduisten, aber es gibt auch eine Religion, eben diese zu der der Tempel gehört, die nur Krishna allein als Gott anerkennt. Man kann an den Bilder erkennen, dass der Tempel schon recht imposant war. Hat mich aber erstmal an Naboo (Star Wars) erinnert. Wie bei den Hinduisten auch üblich wurden natürlich vor dem Eintritt die Schuhe ausgezogen.Ich fand den Tempel schon beeindruckend und recht pompös. Man hat uns natürlich sofort als "Ungläubige" erkannt, weshalb uns dann eine hübsche Inderin angesprochen hat und begann uns ihren Glauben näher zu bringen. Traurigerweise war das Mädel so eine Art Nonne, lebte also im Tempel, und kannte von der Welt drum herum so gut wie nichts. Das gehört zum Glauben dazu, dass man zu möglich wenigen Dingen eine Bindung aufbaut, weil das Leben im Prinzip nur die Straße zur Vereinigung mit Krishna ist. D.h. man lebt im Zölibat, ist Veganer und widersagt sämtlichen Drogen, darunter auch Koffein, also wahrlich eine höllisch lange Straße. Trotzdem fand ich es sehr erstaunlich, wie Desiré uns den Glauben näher gebracht hat und vorallem, wie überzeugt sie von dessen Richtigkeit war. Sie hat jedoch zu keinem Zeitpunkt versucht uns zu bekehren und es scheint auch nicht so zu sein, dass diese Religion alle anderen ausschließt, denn überall gibt es "Gott" und das sei im Prinzip überall der gleiche. Nunja, heißt aber eigentlich Krishna :-)Auf den beiden Deckengemälden sieht man Krishna. Er wird blau dargestellt, weil wir uns in der 4. Phase befinden und in der zeigt e er sich eben in blau. Man sieht, dass er schon irgendwie auch ein erwachsen werden durchlief, allerdings seien das nur die verschiedenen Gestalten Krishnas. Er ist Gott, kann also aussehen wie er will.Die anderen Bilder will ich nicht weiter kommentieren. Alles was blau ist, ist Krishna, aber es gibt noch andere "Untergötter".Am Abend wollten wir noch in ein Musical, welches auf dem Campus lief. Allerdings waren mir 11€ dann doch zuviel für etwas, was mich eigentlich nicht interessiert. Immerhin hatte ich die Kamera dabei und habe die Hauptgebäude der Uni fotografiert.

Zum Schluss noch ein kurzes Update zum Hasenparadoxon. Der Hase des Nachbarn springt noch immer rum, keine Änderung in Sicht. Aber überraschenderweise ist er nun der einzige Hase auf dem Grundstück. Denn einen Tag nach dieser unglaublichen SMS Diskussion mit Candice war der Hase von Gina mitsamt Hasenstall verschwunden. Für mich gibt es dafür nur eine Erklärung: Die aufkeimende Angst und die anschwellende Wut von Candice darüber, dass ich die Kontrolle über den Hasen übernehmen könnte und sie rein garnichts dagegen tun konnte, hat sich in diesen 24h dermaßen gesteigert, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt, zudem mich diese aufgestaute negative Energie bei direkter Konfrontation vermutlich direkt vernichtet hätte, der Wunsch es mir heimzuzahlen und zu verhindern, dass mein teuflischen Vorhaben gelingt, so groß wurde, dass allein der Wunsch, dass die Freundin Ginas existiert und sie den Hasen einfach aus meinen Klauen entreißt ausreichte, um diese Person zu erschaffen. Energie und Masse sind äquivalent und ich kann froh sein, dass dieses Haus noch steht, denn wenn aus purer dunkler Energie eine ganze Person erschaffen wird, dann hätte die kleinste Schwankung in Candice' Gemütszustand eine Kettenreaktion ausgelöst, infolge dessen ein Feuerball die komplette Stadt vernichtet hätte. So aber verschwand der Hase, zurück blieb der letzte Scheiß, ähm, Verzeihung, sein letzter Schiss. Den mussten Michael und ich natürlich entsorgen, aber jetzt sind alle Anzeichen verschwunden und Frieden ist eingekehrt. Ob Candice im Moment mit mir spricht hab ich noch nicht rausgefunden, aber ich will diesen göttlichen Frieden auch nicht auf die Probe stellen, never touch a running system. So das wars, bis bald. Andi

Montag, 3. Dezember 2007

Strand, Schwalben und das Hasen-Elend


Servus zusammen. Es gab schon ne Weile nichts mehr, daher jetzt mal wieder nen kleiner Eintrag, in Farbe und Bunt, d.h. mit ein paar Bildern. So richtig tolle Bilder kann ich hoffentlich nächste Woche präsentieren, denn Freitag bis Sonntag steht Wildnis auf dem Programm. Naturreservat mit Zelt erkunden. Es soll dort die Big 5, also Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn, Büffel, geben und ich hoffe die ein oder andere Spezies begegnet mir in friedlicher Absicht.

Als Vorgeschmack hier mal ein paar Aufnahmen. Das erste Bild ist aus meinem Fenster in Richtung Süden aufgenommen. Das hohe Gebäude auf der rechten Seite gehört zum Hauptgebäude der Universität.
Die anderen Bilder wurden gestern aufgenommen. Wir waren bei meinem Betreuer Thomas Konrad, der direkt am Strand wohnt, und haben ein bisschen gebadet und Sandburgen gebaut.
Wie man sieht ein sehr schöner Strand, gut zum Planschen, denn die Wellen werden durch die vorgelagerten Felsen abgemildet. Natürlich musste ich die Kite-Surfer fotografieren, man kommt ja sonst nicht dazu dem Mejsel Sand in die Wunden zu streuen :D
Am Abend sind wir dann etwas in Richtung Norden gefahren zum einem grandiosen Naturschauspiel. Seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten treffen sich dort, über einem ganz bestimmten Feld, die Schwalben die zum Überwintern in Südafrika sind. Also vielleicht sogar noch weitere deutsche Immigranten. Die sammeln sich am Abend so gegen 19:00 dort zu riesigen Schwärmen. Drehen synchron ihre Runden und nach und nach stürzen sich die unteren hinab, um sich im Feld zur Nachtruhe nieder zulassen. Die Zahl kann ich nicht wirklich schätzen, mehrere Tausend werden es schon sein. Natürlich muss ich nicht erwähnen, dass sich in dem Feld dann auch ziemlich bald auch Schlangengezücht einfindet, immerhin sind diverse Schwalbengerichte im Angebot. Das ist auch der Grund, warum dort unten keiner rumstiefelt und Nahaufnahmen macht, denn immerhin soll es dort Schwarze Mambas geben. Also die "du hast noch 5 Schritte bevor du an meinem Gift stirbst" Schlange.

Und was wollen wir denn am Ende eines Posts noch tun? Das gleiche wie bei jedem Post, Pinky, versuchen zu schildern, wie man durch manche Mitbewohner in den Wahnsinn getrieben wird!

Also, Situation: Seit 10 Tagen springt wieder ein Hase des Nachbarn bei uns rum. Der Nachbar weiß es, er war auch einmal da um ihn einzufangen. Das war aber um 20:00 und da ist es stockdunkel, Erfolgsaussicht 0 %. Das war vor 9 Tagen. Seitdem meldet der sich einfach nicht mehr. Scheinbar beschäftigt er sich lieber damit einer anderen Sorte von Bunnies Silikon zu verpassen, er ist nämlich Plastischer Chirurg. Ich hab's also ein paar mal in die eigenen Hände genommen und versucht das Viech zu fangen, doch keine Chance, es kennt mich, hat aus dem Fehler beim letzten Mal gelernt und rennt jetzt auch schon weg, wenn ich mich in Zeitlupe nähere. Mittlerweile bilde ich mir garnicht mehr ein es schaffen zu können, jetzt hat es schon Heimvorteil. Aber: wegen diesem Hasen gibt es keinen Streit.
Sondern: wegen dem anderen Hasen. Der von Gina, der, der im Käfig auf nem Metallgitter sitzt und fröhlich rum böllert, sodass der Weg zum Waschraum (außerhalb) mit Hasenminen versehen ist. Wer räumt es weg? Michael und ich. Nun ist aber Gina nach Thailand, für zwei Monate. Sie hat mich gefragt, ob ich auf den Hasen aufpassen will, aber um ehrlich zu sein, wollte ich ihr keinen Gefallen tun. Manche Menschen sollten keine Haustiere haben, Kleinkinder und halt südafrikanische Gören. Sie hatte alle im Haus gefragt und alle haben nein gesagt. Ich war der letzte. Auch nein. Also muss sie sich eigentlich nach etwas anderem umsehen. Aber NEIN! Man lässt es hier. Schmiedet einen verwegenen Plan zusammen mit Candice. Candice soll auf ihn aufpassen und wenn sie mal nicht da ist, soll es eine mysteriöse Freundin geben, die den Hasen dann zu sich nimmt. "Zumindest den dummen Deutschen erzählen wir das". Nun Candice ist noch da, aber wie soll so eine Person sich um nen Hasen kümmern. Das ist, wie wenn ein Hamster versucht sich um nen Delphin zu kümmern, da stimmen die Intelligenz-verhältnisse einfach nicht. Also schau ich jetzt immer ab und zu nach dem Hasen. Habe festgestellt, dass Candice dem Viech täglich ne Schüssel mit Wasser reinstellt. Gina hat das nie gemacht (weil Hasen kaum was trinken), und ihr sicher auch nicht gesagt und er hat eine Flasche drin hängen, die man nur auffüllen muss, ABER: er bekommt jeden Tag ne Schüssel mit Wasser, die aus Plastik ist, welches der bekloppte Hase frisst! Ich bin sicher auch kein Biologe, aber Hasen sollten das nicht fressen, weil sonst Hase tot. Ohne was zu sagen habe ich also die Schüssel täglich rausgenommen, die Flasche gefüllt, ihm Salat und Gras gegeben und seine Pallets aufgefüllt. Heute bekam ich dann diese SMS (ins deutsche wortwörtlich übersetzt): "Bitte höre auf dem Hasen das Wasser weg zu nehmen. Willst du, dass er stirbt? Es ist meine Aufgabe sich um ihn zu kümmern, nicht deine!"
Diese SMS hat mich erstaunt. Das Fräulein kann doch tatsächlich "bitte" sagen/schreiben. Erstaunlich. Das kann der Hamster nicht, vielleicht ist sie doch so schlau wie ein Hausschwein, weil die sind ja fast schon intelligent.
Ich habe also geantwortet, dass ich die Flasche gefüllt habe und dass der Hase das Plastik frisst (was offensichtlich ist, wenn man den Rand der Schüssel anschaut). Ich bekam zurück: "Er gehört nicht dir. Lass ihn in Ruhe, hör auf die Kontrolle über den Hasen zu wollen."
Warum nur lebe ich gerade in dem Universum, in dem der Hase im Käfig sitzt und gestörte Personen frei herumlaufen. Ich sehne mich nach dem Wurmloch, welches mich in die Parallelwelt bringt, da wäre alles besser. Mehr Dreck als Candice machen oder weniger Aufräumen könnte selbst der Hase nicht, bei dem Versuch nen Kuchen zu backen.
Ok, ich mach wieder Schluss, mal schauen was passiert, wenn ich heute heimkomme. Bin auf alles gefasst.