Montag, 5. November 2007

Der König der Straßen

Hallo erstmal. Ich weiß garnicht, ob sie es wussten, aber es gibt mich immernoch. Und! Ich bin soooooo ruhig. Seit dem Bunnybabies-Debakel ist es hier deutlich ruhiger im Haus. Candice scheint nicht mit mir zu sprechen, was nicht weiter schlimm ist, weil ich sowieso nichts mehr zu ihr sagen kann. Nachdem mir vorgehalten wurde, dass ich sie von Anfang an nicht leiden konnte, und das auf Grund beleidigender und herablassenden Sätzen wie: „Hi, how are you?“; „Morning“; „Hallo“, habe ich entschlossen einfach nichts mehr zu sagen, das sollte eigentlich relativ neutral sein.

Letzte Woche ging nicht mehr arg viel. Freitag gab es einen Lichtblick in der anhaltenden Pechsträhne Michaels. Wir haben wieder ein Auto! Aber leider nicht SEIN Auto, sondern den Landrover unseres Vermieters (siehe Bilder). Ich hab schon wieder vergessen, welches Fabrikat es ist, aber es scheint sich um eine militärische Variante zu handeln. Das Gefährt wiegt nämlich nur 1,8 Tonnen. Michael hat herausgefunden, dass das an diversen Alu Teilen liegt. Nun also zum Auto. Unser Plan: Nachdem Michael sein Auto nicht bekommen hat, haben wir unseren Vermieter angerufen, ob er uns aushelfen könnte. Der war jedoch in Ungarn, hat es aber an seine Frau weitergegeben. Freitag hat Frau Schneider dann das Auto vorbeigebracht. Jetzt muss man wissen, dass Frau Schneider die Mutter von Matthew ist, der auch hier im Haus wohnt, aber gerade 4 Wochen durch Europa zieht, und dass Matthew nen Auto hat, welches Candice benutzt. Wir konnten mit ihr einmal einkaufen gehen, aber wir wollten halt doch gern nen eigenes Auto. Letzterer Gedanke ist aber irgendwie in den unendlichen Weiten des Handyfunknetzes verloren gegangen. Denn Frau Schneider brachte den Landrover und nahm das Auto von Matthew mit. Warum? Abermals ist diese Frage nicht zulässig. Allerdings haben Michael und ich jetzt nen Auto und Candice keins. Also frohen Gemütes Samstag morgen in die Garage zum Landrover starten. Vorher die Instruktionen von Frau Schneider durchlesen: Es gibt nen Choke, den man ziehen muss zum Starten; es gibt nen Immobaliser, da steckt man in nen zusätzliches Loch am Lenkrad nen zusätlichen Schlüssel, welchen man 20 Sekunden drin lassen muss, erst danach kann man starten. Desweiteren stand dort der Satz: „Was immer ihr tut, schließt niemals, niemals, niemals die Fahrertür, die lässt sich nicht mehr öffnen,“ und „das Auto lässt sich nicht abschließen.“ Nunja, ich habe ja bereits erwähnt, dass man hier nachts sein Auto niemals an der Straße stehen lässt, weil man sich nicht sicher sein kann, ob es am Morgen dann noch da steht. Aber, wir nahmen uns einfach vor dort zu parken, wo nen Security Guard Wache hält.

Also eingestiegen und Leinen los! Aber ... Nichts. Motor startet nicht. Wieder Frau Schneider angerufen: „Batterie ist wohl leer.“ Sie beordert Mechaniker auf 13:00 Uhr. Dieser kommt...um 15:00 Uhr. Steigt ein und zeigt uns, dass wir den Joke nicht maximal draußen hatten. Also wird Gewalt angewandt und die Kiste fährt. Und wie. Die Gänge kriegt man nur mit Gewalt rein (Frau Schneider braucht manchmal beide Hände), wir haben nen gewaltigen Toten Gang, aber egal, wir sind jetzt größter PKW auf der Straße! WIR SIND GESETZ.

Wir versuchen immernoch die Ameisenplage (man beachte das Wort PLAGE, ich zähle die Dritte) im Auto einzudämmen, die Kiste ist halt doch in die Jahre gekommen.

Weil wir wieder mobil sind haben wir für Sonntag die Besichtigung eines weiteren Dammes angesetzt. Sonntag morgen steh ich auf, Frühstücke gemütlich - geplant war um 12:30 ne Freundin von Michael einzulanden und dann loszufahren - als Michael mir mitteil, dass wir um 11:00 noch zum Squash gehen. Antwortet man einem Südafrikaner auf die Frage, ob man gerne mal mit ihm Squash spielen gehen will, mit Ja, dann erfährt man von dem genauen Zeitpunkt möglichst kurze Zeit davor. Gegen 9:30 wussten wir also, dass wir um 11:00 Squash spielen „müssen“. Der Platz ist allerdings 30 Minuten weg, wir müssen vorher noch Schläger und Bälle einkaufen und danach wieder zurück, duschen, und dann rechtzeitig das Mädel abholen. Nunja, ihr ahnt es vermutlich schon. Es hat nicht geklappt. Einmal verfahren hat uns 10 Minuten gekostet, dann in windeseile Schläger gekauft, geflucht dass das Parkticket 50 Cent kostet, ins Auto gestiegen und dann standen wir. Das Auto hat keinen Pieps mehr gemacht. Sogar die Signalleuchte des Immobalisers war aus. ??? Verdammt. Parkwächter um Hilfe gefragt, danach zum Schlüsseldienst im Einkaufszentrum: „Da müssen Sie die Sicherheitsfirma anrufen, die das eingebaut hat.“ Frau Schneider versucht zu erreichen. Nimmt nicht ab. Verdammt! Sämtliche Pläne werden gecancelt. Nach ner halben Stunde treffen unsere Freunde vom Squash ein. Wir öffnen den Motorraum. Wo ist die Batterie? Kein Schimmer, keine Batterie zu erkennen. Was tun? Mal auf gut Glück den Vermieter anrufen, vielleicht ist der wieder zurück. Und tatsächlich, er ist zurück und hat eine einfache Lösung. Die Batterie befindet sich unter dem Beifahrersitz. Vorne am Beifahrersitz steckt ein Metallbolzen in einer Hülse, außer: Andi hat ihn beim aussteigen mit seinem Rucksack rausgezogen! Ohne diesen Stift, hat das Auto keinen Saft. Wieso? Warum? Weshalb baut man da so einen beschissenen Stift ein, den man so leicht rausziehen kann, und der die Stromversorgung vom kompletten Auto kappt? Den Stift kann man übrigens auch während der Fahrt rausziehen, das hat dann den netten Effekt, dass der Motor direkt ausgeht, die Servolenkung nicht funzt und die Bremse auch extrem schwer zu bedienen ist, was bei fast 2 Tonnen bestimmt nen mächtigen Adrenalinschub gibt. Also aus Sicherheitsgründen ist der Stift da sicher nicht. Letzteres ist uns nicht passiert, aber wohl mal Frau Schneider.

Auto läuft wieder, Michael und ich kommen uns einfach nur verarscht vor. Immerhin gehen wir dann doch noch Squash spielen, danach noch ins Schwimmbad und abends in den oscarprämierten deutschen Film „Das Leben der anderen.“ Der lief in Deutsch mit englischem Untertitel, war also ganz angenehm anzuschauen und ist wirklich nen sauguter Film.

Mal schaun, ob wir nächstes Wochenende zu einem der vielen Dämme fahren können, dann gibts auch mehr Bilder und weniger Schrift; versprochen.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Harr, da haben sich die Autobauer doch mal richtig was einfallen lassen. Eigentlich solltest du dankbar sein, dass die Gänge so schwer rein gehen, sonst würdet ihr noch bei Tempo 100, ohne Batterie und Servo-Lenkung in den Rückwärts-Gang schalten......greetings, spüli.

Anonym hat gesagt…

Nur um technisch korrekt zu bleiben. Man zieht in einem Auto keinen Witz (Joke) sondern den Choke ! :-)

Anonym hat gesagt…

Danke klugscheißer, habe das korrigiert. :D

Anke hat gesagt…

Hallo Andi,

bin per Zufall auf deinen Blog gestoßen und finde ihn absolut klasse. Ich war im Januar vier Wochen in SA unterwegs, kann vieles nachempfinden und fand vieles ebenso curios... Ich glaube das Lieblingswort der Südafrikaner.

Grüße aus Frankfurt, ich musste leider wieder zurück... ;-)

Anke

Anke hat gesagt…

Hi,

was mir noch so einfällt... wenn du noch in Durban bist und Zeit hast... unbedingt mal Richtung Port Edward fahren und in Leisure Bay im ku-boboyi übernachten. Unbezahlbarer Blick, tolle Crêpes zum Frühstück und Eric, der sehr nett ist. Bilder findest du auf meinem Blog ab dem 08.01.

Grüße!