Montag, 8. Oktober 2007

Erste Eindrücke

Hallo zusammen,

die ersten 5 Tage in Durban sind rum und es ist Zeit für ein kurzes Resumee. Ich hab das Gefühl ich wär hier schon nen ganzen Monat, soviel hab ich schon erlebt. Donnerstag kam ich mittags um 12:30 hier an. Hatte 2 stunden geschlafen und beim letzten flug hat der Druckausgleich irgendwie nicht funktioniert, mir taten immer mehr die Ohren weh, bis ich dann schließlich taub aus dem Flugzeug kam. Michael, ein Doktorand auch aus KN, mit dem ich auch zusammen wohne, hat mich aber trotzdem mitgenommen. Dann hab ich auf der Fahrt zur Uni erstmal festgestellt, dass die Südafrikaner auf der linken Seite fahren. Und sie fahren alles, was irgendwie noch rollt. Die Straßen sind extrem breit, was daher kommt, dass man früher mit ner sechsspannigen kutsche noch drehen können musste. Öffentlichen Transport gibt es hier nicht, das funktioniert mit so mini bussen, die heizen wie die doofen, sehen teilweise schrottig aus, aber alle! haben super geile felgen und nen aufgedrehtes soundsystem :D Als Weißer benutzt man die aber scheinbar besser nicht.

Jetzt zur Wohnung: That's not a house, that's a fucking villa! riesiges Teil, ich denke die Bilder geben nen ganz guten Überblick. die Aufnahme der Stadt hab ich vom Balkon aus gemacht. da hat es noch nen großen festinstallierten Grill und vielleicht Anfang nächsten jahres funktioniert der pool auch wieder :D


Mittbewohner: Michael (Doktorand aus KN), Matthew (Sohn des Vermieter, studiert in den letzten Zügen), Candice (Freundin von Matthew, studiert), Gina (studiert).


Alle super nett, die Mädels sollen ab und zu zicken, aber das wird an mir abprallen.

Was noch so geschah: Donnerstag waren wir abends essen in nem superfeinen Fischrestaurant direkt mit meeresblick. Ich hab Muscheln gegessen und den Fisch des Tages, dazu nen super leckeren Weißwein (1,50€ pro Glas, sry Nic). Essen allgemein ist hier halt so saumäßig billig. An der Uni kostet ein Gericht 1,50€ !!! randvoll, super gut und viel Fleisch und dazu für 50 Cent ne Cola.

Freitag waren wir dann noch einkaufen, und auch im Supermarkt ist fast alles super billig. Ein großer Unterschied ist die Anzahl an Personal, überall trifft man jemand, den man fragen kann wenn man ne Information braucht. Ob das was der dann erzählt brauchbar ist, ist aber die andere Frage. Außerdem geht alles super langsam, die Worte Schnelligkeit und Pünktlichkeit existieren hier nicht. Es gibt überall wo man parken kann Parkwächter, Schwarze im Neonhemd die dir nen freien Platz weisen, und beim wegfahren 20cent kassieren. Unbewachte parkplätze meidet man besser, und vorallem lässt man nichts im Auto liegen, sonder verwahrt es wenn überhaupt im Kofferraum, damit es keiner sieht. Abends habe ich dann Poetry Africa mit Thomas und Michael besucht. Dort haben auf ner Bühne internationale Künstler Gedichte und Songs zum besten gegeben. War sehr amüsant, auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Das interessante für mich war, wie das Publikum mitgegangen ist, war die Geschichte traurig, dann hat man raunen gehört; war sie lustig, oder hat zuspruch gefunden, dann springt schonmal jemand auf, und gibt dem Dichter lautstark recht.

Samstag bin ich mit Jonas (macht grad seinen Master und kommt aus Schweden) surfen gegangen. Für 7€ bekommt man ein Brett für 4 stunden und kann an einem für Schwimmer gesperrten Strand seine Skills testen. Meine Skills waren ja nicht wirklich vorhanden, habe mich aber anscheinend nicht doof angestellt (so hat mich Jonas zumindest versucht aufzumuntern). Allerdings waren die Wellen einfach zu heftig, man ist fast nicht rausgekommen. Ich hab viel zu viel Salzwasser geschluckt und hatte nachdem ersten richtigen Brecher extrem respekt vor der Gewalt des Meeres. Da bleibt man schonmal für ne Zeit unterwasser ohne ne Chance zu haben aufzutauchen. Ich musste auch feststellen, dass das Meer nen ganz gutes Aiming hatte, das surfbrett hat mich doch mehrere Male ziemlich hart getroffen. Nen Headshot war zum Glück aber nicht dabei :D , dagegen sichert man sich indem man die Arme um den Kopf nimmt. Auf jeden Fall war ich Samstag abend ziemlich zerschunden, das hat mich aber nicht davon abgehalten nochmal zu Poetry Africa zu gehen. Leider waren an diesem Abend vorallem nationale Künstler auf der Bühne und jeder zweite Vortrag war auf Zulu (Sprache der Schwarzen), ich hätte das sehr gern verstanden, weil das Publikum (vorwiegend schwarz) dort immer sehr extrem mitgegangen ist.

Danach wollten wir noch in einen Rockclub. Da war das Bild wieder komplett anders, fast nur Weiße. Dachte auch erst, ok, das sieht ja fast so aus wie in Deutschland, allerdings hab ich noch nie eine solch abgefuckte Toilette gesehen. Die Leute gingen auch ganz gut ab zu ner Liveband. Als jedoch der erste Stagediver bekanntschaft mit dem Deckenventilator gemacht hatte und die Bühne von Betrunkenen gestürmt wurde und die ein oder ander Soundbox weichen musste, war dann doch ein deutlicher Unterschied zu meinen Erfahrungen daheim ersichtlich.

Sonntag hab ich dann das erstemal richtig ausgeschlafen und bin Mittags dann mit Thomas in ein Museum. Leider sind wir erst um 16:00 dort angekommen, und wurde gerade geschlossen. Daraufhin sind wir bisschen durch die Innenstadt gezogen. Erst seit 1994, der Abschaffung der Apartheit, dürfen überhaupt Schwarze in die Innenstadt. Danach haben sie diese jedoch quasi überflutet, und die Weißen wurden mehr oder weniger vertrieben. Das hört sich jetzt hart an, aber so nen richtiger handfester Konflikt ist da nicht enstanden. Die weißen haben sich einfach nicht mehr wohl gefühlt und sind wo anders hin. Wir sind auf jeden Fall aus der Masse herausgestochen , aber den weg durch den Markt haben wir gut überstanden. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass man da überfallen werden könnte.

Abends waren wir dann noch im Joecools (www.joecools.co.za), einer der angesagtesten Läden am Strand. Man zahlt 2€ Eintritt, hat dann live musik, und kann super Cocktails schlurfen. Dort hab ich für 5€ nen Burger mit Pommes und Bier getrunken und danach eben noch einen der leckeren Cocktails. Die Kosten da übrigens maximal 3,50€. Interessant fand ich, dass dort schon um 19:00 die hölle los war. Es scheint allgemein so zu sein, dass Party maximal bis 24:00 gemacht wird, so dass alles sehr früh beginnt. Deutlich besser, als das Deutsche "vor 11 braucht man nicht in die Disco."

Kurz zur Tierwelt: Ich hab bereits Affen auf unserem Grundstück gesehen, es gibt 10cm lange 100 Füßer, Centipeds oder so ähnlich genannt. Die Vogelwelt ist komplett anders, es gibt ein paar bekloppte Vögel die nachts durchgehend schreien, und selbst die gemeine Taube ist leicht anders als unsere. Kürzere Flügel und deutlich schneller. Es soll Falter geben, die etwa handteller groß sind. Übrigens: Haie gibts hier auch, Tigerhai, weißer Hai usw., seit man aber vor 20 Jahren Netze vor den Stränden gespannt hat, gab es nur 2 registrierte Hai Angriffe, sodass man sich schon sehr sicher fühlen kann. Ich hoffe ich kann noch irgendwann eine Safari unternehmen, teilweise macht man das auch privat, fährt also einfach zu nem Wasserloch und wartet den ganzen Tag und schaut den Tieren zu.

Soweit so gut, melde mich bald wieder, wenn es Neuigkeiten gibt. Hoffe es geht euch allen gut, cu, Andi

4 Kommentare:

Dominik Bauer hat gesagt…

das riecht doch nach urlaub und nicht nach arbeit :-)

'mb hat gesagt…

ich glaub mich tritt ein elch,

das riecht doch schwer danach, dass ich die nächste freie minute und freie mark auf diesen einen urlaub in afrika verwenden werde :)

Eve hat gesagt…

Hi Andi, freut mich dass es dir so gut gefällt,für mich wär des wie im paradies nach deiner beschreibung, bin schon ganz neidisch ;) Kopf hoch wenns mit dem surfen net gleich klappt, so ne meerwassergehirnspülung tut auch mal gut :P ansonsten wünsch ich dir weiterhin viel spaß, genieß die zeit, bis dann LG Eve

Vern hat gesagt…

Das mit dem Linksverkehr bei der Auslandsvorbereitung übersehen kommt mir irgendwie bekannt vor... wer war das noch gleich...
Schön, dass du einen Blog schreibst und schön, dass es dir gefällt!
Viele Grüße!