Mittwoch, 26. Dezember 2007


Heute gibts nicht viel, nur ein paar Bilder.
Das hier muss ein Autofrachter sein und zwar einer von denen, in die ein paar tausend reingehen. Man beachten den Größenunterschied zum Containerschiff rechts und den Wohnblöcken links. Dann haben mich heute noch ein paar Affen besucht.

Hier sieht man einen Spanner am Fenster.















Wenn du ihm nicht nett kommst, zeigt er dir, was er von dir hält und reibt seinen Hintern an deiner Scheibe.












Und wenn du ihn anmachst, dann, ja dann holt er seine ganze Familie und es gibt Zoff.

Freitag, 21. Dezember 2007

Freunde und Kollegen

Hallo zusammen, kurz vor Weihnachten wollte ich mal noch ein paar Bilder posten. Viel zu erzählen gibt es im Moment nicht. Heute ist vorerst der letzte Tag an der Uni, nach und nach verschwinden alle nach Hause, nur ich halte die Stellung. Michael und Thomas sind bereits in Deutschland, zum Glück darf ich aber den Saab benutzen, d.h. ich bin zumindest mobil. Meine Mitbewohner machen sich rar, sehe sie kaum noch, weshalb ich leider keine amüsanten Anekdoten zum Besten geben kann. So wie es also aussieht werde ich über Weihnachten und Silvester ein paar geruhsame Tage verbringen.
Jetzt aber zu den Bildern. Habe ja bereits von dem Tag bei Thomas berichtet, Strand, Burgbauen, Schwalben etc. Deshalb hier noch Fotos die mir Jonas zur Verfügung gestellt hat, bevor auch er morgen in Richtung Schweden aufbricht.
Erstes Bild: v.l.n.r Remmy, Jonas. Ersterer kommt aus Zambia und hat letzte Woche die erstaunliche Leistung vollbracht, dort mit nem BMW hin- und wieder zurück zufahren. Ich weiß nicht wieviele Tausend Kilometer das sind, aber ich weiß ganz sicher, dass man da durch Länder kommt, wo man erstmal schauen muss, ob es Tankstellen gibt. Jonas und ich waren der Meinung, dass das absolut zu gefährlich ist, wenn irgendwas an deiner Kiste kaputt geht, dann kann es sein du hängst irgendwo im nirgendwo und kommst nie wieder weg. Ganz abgesehen, dass das Auto soviel Wert ist, wie so mancher Afrikaner in seinem ganzen Leben nicht mal verdient, d.h. eine gewisse Diebstahl Gefahr besteht durchaus.
Zweites Bild: Was machen Physiker am Strand? Sie versuchen ein Dodekaeder zu bauen, dessen Abweichungen von der perfekten Form in der Größenordnung von Sandkörnern liegt. Scheitern jedoch. Naja, Jonas wollte eigentlich nen Würfel mit Kantenlänge 1m bauen, er wollte uns allerdings am Anfang nicht glauben, dass 1000 Liter Sand, nunmal tausend Liter Sand sind und das Vorhaben deswegen auf jeden Fall nicht gelingen konnte. Die Einflüsse auf diese Konstruktion lassen sich auf der linken (Maggie) und rechten (Homer) Seite erkennen, sowie an der Korrektur der Gravitationsformel, die Jonas ursprünglich mit 1/r angesetzt hatte. Das hätte jedoch auf unser Universum abstruse Folgen, weshalb ich gerade noch rechtzeitig die 2 hinzufügen konnte, bevor sich das Planeten confinement (Potential ~ ln r) auswirkte.
Drittes Bild: v.l.n.r. Ich (scheinbar auf Speed), Michael, Jessica (Freundin von Jonas aus Florida), Jonas, Yoda, ähm, ich meine Lajos Diosi aus Ungarn.
Lajos ist jedoch das für einen Schüler der stochastischen Quantenmechanik, was Yoda für einen Schüler der Macht ist. Er kann alles erklären, spricht aber oft langsam und in Rätseln und ist viel zu oft ungewollt komisch. Aber ein super sympathischer Mensch.

Noch kurz eine negative Nachricht: Wie vielleicht viele schon wissen ist Jacob Zuma zur Parteispitze in Südafrika gewählt worden und wird wohl nächstes Jahr Präsident werden. Das ist der Kerl, von dem ich bereits einmal erzählt habe, der glaubt HIV mittels Duschen besiegen zu können. Zudem ist er ausgebildeter Viehhirte. Ich will mir nicht vorstellen, wie ein Gespräch zwischen Angela Merkel und Zuma ablaufen könnte, das sollte aber so ähnlich sein, wie eins zwischen nem Neandertaler und Aristoteles. Am Ende erschlägt der Neandertaler sein Gegenüber mit ner Keule um seinem Statement (huga, ha, alle höhle mein!) nachdruck zu verleihen. Ich empfehle folgenden Link:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,524211,00.html
um mehr über das Debakel herauszufinden. Es scheint im Moment so zu sein, dass viele Weiße Südafrika verlassen (das sinkende Schiff?), weil sie keine Chance mehr auf Arbeit haben. Im direkten Konkurrenzkampf mit der schwarzen Bevölkerung zählt nicht die Ausbildung, Engagement, Kompetenz, sondern hauptsache kein weißer. Genau das passiert hier z.B. bei der Medizinausbildung. In einigen Jahren werden hier unfähige Ärzte nur so rumrennen. Das betrifft mich aber dann zum Glück nicht mehr. Im Moment sind die Krankenhäuser noch in 1A Zustand, allerdings ist die chaotische Organisation allmählich dort auch wieder zufinden, Wartezeiten können schon grundlos lang sein.
Schöne Weihnacht euch allen und bis bald.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Krishna Tempel und Uni bei Nacht

Wie ihr schon am Titel erahnen könnt, wurde es dieses Wochenende nichts mit dem Wildpark. Unser Trip wurde kurzerhand vom Führer komplett gestrichen, wegen wichtiger unvorhersehbaren Gründen, versteht sich. Das Wetter war auch nicht so berauschend, also war das nicht wahnsinnig schlimm. Damit das Wochenende aber nicht wieder spurlos vorüber zieht haben wir uns beschlossen doch was zu unternehmen. Neben einem Laden in dem man Afrikanische Kunst, in meinen Augen Plunder und Kruscht, einkaufen konnte, haben wir den größten Krishna Tempel in der südlichen Hemisphäre besucht. Krishna ist eine Gottheit bei den Hinduisten, aber es gibt auch eine Religion, eben diese zu der der Tempel gehört, die nur Krishna allein als Gott anerkennt. Man kann an den Bilder erkennen, dass der Tempel schon recht imposant war. Hat mich aber erstmal an Naboo (Star Wars) erinnert. Wie bei den Hinduisten auch üblich wurden natürlich vor dem Eintritt die Schuhe ausgezogen.Ich fand den Tempel schon beeindruckend und recht pompös. Man hat uns natürlich sofort als "Ungläubige" erkannt, weshalb uns dann eine hübsche Inderin angesprochen hat und begann uns ihren Glauben näher zu bringen. Traurigerweise war das Mädel so eine Art Nonne, lebte also im Tempel, und kannte von der Welt drum herum so gut wie nichts. Das gehört zum Glauben dazu, dass man zu möglich wenigen Dingen eine Bindung aufbaut, weil das Leben im Prinzip nur die Straße zur Vereinigung mit Krishna ist. D.h. man lebt im Zölibat, ist Veganer und widersagt sämtlichen Drogen, darunter auch Koffein, also wahrlich eine höllisch lange Straße. Trotzdem fand ich es sehr erstaunlich, wie Desiré uns den Glauben näher gebracht hat und vorallem, wie überzeugt sie von dessen Richtigkeit war. Sie hat jedoch zu keinem Zeitpunkt versucht uns zu bekehren und es scheint auch nicht so zu sein, dass diese Religion alle anderen ausschließt, denn überall gibt es "Gott" und das sei im Prinzip überall der gleiche. Nunja, heißt aber eigentlich Krishna :-)Auf den beiden Deckengemälden sieht man Krishna. Er wird blau dargestellt, weil wir uns in der 4. Phase befinden und in der zeigt e er sich eben in blau. Man sieht, dass er schon irgendwie auch ein erwachsen werden durchlief, allerdings seien das nur die verschiedenen Gestalten Krishnas. Er ist Gott, kann also aussehen wie er will.Die anderen Bilder will ich nicht weiter kommentieren. Alles was blau ist, ist Krishna, aber es gibt noch andere "Untergötter".Am Abend wollten wir noch in ein Musical, welches auf dem Campus lief. Allerdings waren mir 11€ dann doch zuviel für etwas, was mich eigentlich nicht interessiert. Immerhin hatte ich die Kamera dabei und habe die Hauptgebäude der Uni fotografiert.

Zum Schluss noch ein kurzes Update zum Hasenparadoxon. Der Hase des Nachbarn springt noch immer rum, keine Änderung in Sicht. Aber überraschenderweise ist er nun der einzige Hase auf dem Grundstück. Denn einen Tag nach dieser unglaublichen SMS Diskussion mit Candice war der Hase von Gina mitsamt Hasenstall verschwunden. Für mich gibt es dafür nur eine Erklärung: Die aufkeimende Angst und die anschwellende Wut von Candice darüber, dass ich die Kontrolle über den Hasen übernehmen könnte und sie rein garnichts dagegen tun konnte, hat sich in diesen 24h dermaßen gesteigert, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt, zudem mich diese aufgestaute negative Energie bei direkter Konfrontation vermutlich direkt vernichtet hätte, der Wunsch es mir heimzuzahlen und zu verhindern, dass mein teuflischen Vorhaben gelingt, so groß wurde, dass allein der Wunsch, dass die Freundin Ginas existiert und sie den Hasen einfach aus meinen Klauen entreißt ausreichte, um diese Person zu erschaffen. Energie und Masse sind äquivalent und ich kann froh sein, dass dieses Haus noch steht, denn wenn aus purer dunkler Energie eine ganze Person erschaffen wird, dann hätte die kleinste Schwankung in Candice' Gemütszustand eine Kettenreaktion ausgelöst, infolge dessen ein Feuerball die komplette Stadt vernichtet hätte. So aber verschwand der Hase, zurück blieb der letzte Scheiß, ähm, Verzeihung, sein letzter Schiss. Den mussten Michael und ich natürlich entsorgen, aber jetzt sind alle Anzeichen verschwunden und Frieden ist eingekehrt. Ob Candice im Moment mit mir spricht hab ich noch nicht rausgefunden, aber ich will diesen göttlichen Frieden auch nicht auf die Probe stellen, never touch a running system. So das wars, bis bald. Andi

Montag, 3. Dezember 2007

Strand, Schwalben und das Hasen-Elend


Servus zusammen. Es gab schon ne Weile nichts mehr, daher jetzt mal wieder nen kleiner Eintrag, in Farbe und Bunt, d.h. mit ein paar Bildern. So richtig tolle Bilder kann ich hoffentlich nächste Woche präsentieren, denn Freitag bis Sonntag steht Wildnis auf dem Programm. Naturreservat mit Zelt erkunden. Es soll dort die Big 5, also Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn, Büffel, geben und ich hoffe die ein oder andere Spezies begegnet mir in friedlicher Absicht.

Als Vorgeschmack hier mal ein paar Aufnahmen. Das erste Bild ist aus meinem Fenster in Richtung Süden aufgenommen. Das hohe Gebäude auf der rechten Seite gehört zum Hauptgebäude der Universität.
Die anderen Bilder wurden gestern aufgenommen. Wir waren bei meinem Betreuer Thomas Konrad, der direkt am Strand wohnt, und haben ein bisschen gebadet und Sandburgen gebaut.
Wie man sieht ein sehr schöner Strand, gut zum Planschen, denn die Wellen werden durch die vorgelagerten Felsen abgemildet. Natürlich musste ich die Kite-Surfer fotografieren, man kommt ja sonst nicht dazu dem Mejsel Sand in die Wunden zu streuen :D
Am Abend sind wir dann etwas in Richtung Norden gefahren zum einem grandiosen Naturschauspiel. Seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten treffen sich dort, über einem ganz bestimmten Feld, die Schwalben die zum Überwintern in Südafrika sind. Also vielleicht sogar noch weitere deutsche Immigranten. Die sammeln sich am Abend so gegen 19:00 dort zu riesigen Schwärmen. Drehen synchron ihre Runden und nach und nach stürzen sich die unteren hinab, um sich im Feld zur Nachtruhe nieder zulassen. Die Zahl kann ich nicht wirklich schätzen, mehrere Tausend werden es schon sein. Natürlich muss ich nicht erwähnen, dass sich in dem Feld dann auch ziemlich bald auch Schlangengezücht einfindet, immerhin sind diverse Schwalbengerichte im Angebot. Das ist auch der Grund, warum dort unten keiner rumstiefelt und Nahaufnahmen macht, denn immerhin soll es dort Schwarze Mambas geben. Also die "du hast noch 5 Schritte bevor du an meinem Gift stirbst" Schlange.

Und was wollen wir denn am Ende eines Posts noch tun? Das gleiche wie bei jedem Post, Pinky, versuchen zu schildern, wie man durch manche Mitbewohner in den Wahnsinn getrieben wird!

Also, Situation: Seit 10 Tagen springt wieder ein Hase des Nachbarn bei uns rum. Der Nachbar weiß es, er war auch einmal da um ihn einzufangen. Das war aber um 20:00 und da ist es stockdunkel, Erfolgsaussicht 0 %. Das war vor 9 Tagen. Seitdem meldet der sich einfach nicht mehr. Scheinbar beschäftigt er sich lieber damit einer anderen Sorte von Bunnies Silikon zu verpassen, er ist nämlich Plastischer Chirurg. Ich hab's also ein paar mal in die eigenen Hände genommen und versucht das Viech zu fangen, doch keine Chance, es kennt mich, hat aus dem Fehler beim letzten Mal gelernt und rennt jetzt auch schon weg, wenn ich mich in Zeitlupe nähere. Mittlerweile bilde ich mir garnicht mehr ein es schaffen zu können, jetzt hat es schon Heimvorteil. Aber: wegen diesem Hasen gibt es keinen Streit.
Sondern: wegen dem anderen Hasen. Der von Gina, der, der im Käfig auf nem Metallgitter sitzt und fröhlich rum böllert, sodass der Weg zum Waschraum (außerhalb) mit Hasenminen versehen ist. Wer räumt es weg? Michael und ich. Nun ist aber Gina nach Thailand, für zwei Monate. Sie hat mich gefragt, ob ich auf den Hasen aufpassen will, aber um ehrlich zu sein, wollte ich ihr keinen Gefallen tun. Manche Menschen sollten keine Haustiere haben, Kleinkinder und halt südafrikanische Gören. Sie hatte alle im Haus gefragt und alle haben nein gesagt. Ich war der letzte. Auch nein. Also muss sie sich eigentlich nach etwas anderem umsehen. Aber NEIN! Man lässt es hier. Schmiedet einen verwegenen Plan zusammen mit Candice. Candice soll auf ihn aufpassen und wenn sie mal nicht da ist, soll es eine mysteriöse Freundin geben, die den Hasen dann zu sich nimmt. "Zumindest den dummen Deutschen erzählen wir das". Nun Candice ist noch da, aber wie soll so eine Person sich um nen Hasen kümmern. Das ist, wie wenn ein Hamster versucht sich um nen Delphin zu kümmern, da stimmen die Intelligenz-verhältnisse einfach nicht. Also schau ich jetzt immer ab und zu nach dem Hasen. Habe festgestellt, dass Candice dem Viech täglich ne Schüssel mit Wasser reinstellt. Gina hat das nie gemacht (weil Hasen kaum was trinken), und ihr sicher auch nicht gesagt und er hat eine Flasche drin hängen, die man nur auffüllen muss, ABER: er bekommt jeden Tag ne Schüssel mit Wasser, die aus Plastik ist, welches der bekloppte Hase frisst! Ich bin sicher auch kein Biologe, aber Hasen sollten das nicht fressen, weil sonst Hase tot. Ohne was zu sagen habe ich also die Schüssel täglich rausgenommen, die Flasche gefüllt, ihm Salat und Gras gegeben und seine Pallets aufgefüllt. Heute bekam ich dann diese SMS (ins deutsche wortwörtlich übersetzt): "Bitte höre auf dem Hasen das Wasser weg zu nehmen. Willst du, dass er stirbt? Es ist meine Aufgabe sich um ihn zu kümmern, nicht deine!"
Diese SMS hat mich erstaunt. Das Fräulein kann doch tatsächlich "bitte" sagen/schreiben. Erstaunlich. Das kann der Hamster nicht, vielleicht ist sie doch so schlau wie ein Hausschwein, weil die sind ja fast schon intelligent.
Ich habe also geantwortet, dass ich die Flasche gefüllt habe und dass der Hase das Plastik frisst (was offensichtlich ist, wenn man den Rand der Schüssel anschaut). Ich bekam zurück: "Er gehört nicht dir. Lass ihn in Ruhe, hör auf die Kontrolle über den Hasen zu wollen."
Warum nur lebe ich gerade in dem Universum, in dem der Hase im Käfig sitzt und gestörte Personen frei herumlaufen. Ich sehne mich nach dem Wurmloch, welches mich in die Parallelwelt bringt, da wäre alles besser. Mehr Dreck als Candice machen oder weniger Aufräumen könnte selbst der Hase nicht, bei dem Versuch nen Kuchen zu backen.
Ok, ich mach wieder Schluss, mal schauen was passiert, wenn ich heute heimkomme. Bin auf alles gefasst.

Montag, 19. November 2007

Evidence of Incapacity (Armutszeugnis)

So, schon lange nichts mehr hören lassen. Leider war in letzter Zeit das Wetter schlecht, oder ich war nicht mobil, sodass ich keine Bilder von tollen Tieren oder ähnlichem habe, weil ich schlicht weg nicht unterwegs war. Der Alltag zeigt eben sein wahres Gesicht.

Nach dem heutigen Ereignis muss ich einfach nochmal ein paar Worte über Südafrika verlieren. Bevor ich zum bestimmt unterhaltsamen Punkt „Passierschein A39- kein Ende in Sicht“ komme, hier mal meine Sicht:

Südafrika wird in den nächsten Jahren zu Grunde gehen. Ich weiß nicht, was ihr so über Simbabwe wisst, mal soviel: Simbabwe hat im Moment 30.000% Inflation. D.h. etwa jeden Monat halbiert sich der Wert des Geldes. Grund ist ein Präsident, der aus dem wirtschaftlichsten Land Afrikas innerhalb der letzten 10 Jahre durch Unfähigkeit einfach ein saumäßig armes Land gemacht hat. Und ich glaube, dass genau das in Südafrika auch stattfinden wird. Am Wochenende hat mir jemand erzählt von einem Südafrikaner, der lange Zeit im Ausland war und der bei seiner Rückkehr bemerkte, dass es erschreckend sei, wie sich Simbabwe’s Vergangenheit und die momentanen Situation in Südafrika gleichen.

Es klingt jetzt rassistisch, so ist das aber nicht gemeint. Ich glaube es kommt einfach von der afrikanischen Lebensweise, damit meine ich die ursprüngliche, also die der Schwarzen, dass ein Land regiert von Schwarzen wirtschaftlich nicht funktionieren kann. Wie bereits erwähnt ist hier einfach alles unendlich langsam und selbst ausgebildete Personen sind einfach nur unfähig und wirken dumm. Im Moment braucht es hier 13 Monate um einen Pass zu bekommen, es dauert Jahre bevor man eine Geburtsurkunde erhält und es dauert Jahre, bevor ein Laden eine funktionierende Kreditkartenanlage bekommt. Genau das Gleiche ist es mit Telefon und Internet. Das sind jedoch immens wichtige Dinge, wenn man ein Geschäft führen will.

Das richtig traurige ist: ES GIBT NICHTS, WAS DU TUN KANNST UM DAS ZU BESCHLEUNIGEN! Kei n Geld der Welt hilft hier. Ich könnte doppelt soviel für ne Pizza bezahlen und trotzdem bräuchte die Bedienung 5 Minuten bevor sie sich bemüht aufzuhören Geld zu zählen und mir die bereits herumstehende Pizza 3 Meter weit zum Tresen reicht (mir selbst passiert).

In der Politik nichts anderes. Was da für Pfeifen rumsitzen ist kaum zu glauben. Das kommt davon, wenn man Leuten, die vor 10 Jahre nach dem Ende der Rassentrennung geschrien haben, ein Amt gibt, von dem sie rein garnichts verstehen. Zugleich gibt es hier diese unglaubliche Ignoranz, also Unwissenheit, die auf keine Kuhhaut passt.

Beispiel: Es gibt hier den Herrn Zuma, der ist sowas wie nen Präsidentschaftskandidat. Der war vor einiger Zeit in der Zeitung, weil er ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer HIV infizierten Person hatte. ABER: er wusste das, und das sei kein Problem, schließlich habe er danach geduscht. ????

Wieviel weiß wohl der normale Südafrikaner über Aids, wenn „intelligente“ Personen schon nichts wissen? Hier in Kwazulu-Natal liegt die Quote bei fast 40%. Vierzig Prozent HIV infiziert. Am Campus sind es etwa 20%. Ich glaube ich muss nicht erklären, was das in den nächsten Jahren bedeutet.

Meiner Meinung nach gibt es einen anderen Grund, warum es um Afrika so schlecht steht, und es ist nicht der Mangel von Wasser und Nahrung. Es ist der Afrikaner selbst, der von seiner Lebensweise her nicht dazu geschaffen ist in einer Industrienation zu leben, bzw. sie selbst zu führen.

Und wie soll man dann überhaupt im internationalen Vergleich konkurrieren? Ein Freund hier unten benutzt gerne das Wort „German efficiency“, also „deutsche Effizienz“, wenn Michael und ich pünktlich sind, oder mal was anpacken, ohne dass wir dazu von jemandem den Befehl erhalten. Das trifft das Problem wieder sehr genau. Es gibt Dutzende Personen hier auf dem Campus, die meiner Meinung nach keine Daseinsberechtigung besitzen. Die haben einen Job, eine Aufgabe, machen sie aber nicht, weil sie unfähig sind. Und genauso ist das überall. Hier in den Labors dasselbe, alles dauert einfach ewig.

Nun genug, was war heute passiert?

Ich wollte ein Buch verlängern. Ein Buch, dass ich vor 3 Wochen mit meinem Universitätsausweis ausgeliehen habe. Ich komme hin, der Kerl zieht meine Karte durch das Lesegerät: „Ihre email Adresse muss erst aktiviert werden, ich bekomme hier ne Meldung, dass die nicht funktioniert.“ ???

Öhm, seltsam, heute morgen noch eingeloggt, ging alles. „Ja, aber das steht hier. Gehen sie zu dem Informatik Büro. Draußen die Treppe runter, dann rechts, dann grüne Türen, eine davon.“??

Ich gehe also los. Finde es natürlich nicht. Hab schon wieder nen Hals. Wieso funktioniert hier alles nur temporär? Nunja, also zurück zum Büro, die Sekretärin fragen. „Ich schreib da mal nen Brief, dann sollte das wieder gehen, 20 Minuten.“

Den Brief den ich dann nach 45min abhole (früher wollte ich nicht hin, die Wahrscheinlichkeit den Wisch da schon zu kriegen, schien mir zu gering) unterscheidet sich nicht im geringsten von dem, den ich schonmal in der Bibliothek abgegeben habe. Das ist einfach ne Vollmacht, dass ich alles ausleihen darf was ich will und das meine Abteilung haftet. Toll, das funktioniert unter Garantie nicht.

Aber wieder hin. Der Kerl will den Wisch nichtmal sehen, meint nur wieder, da sei diese Meldung, und ich müsste die email Adresse aktivieren. „Können sie mir noch mal erklären, wo ich genau hin muss und was das Problem ist.“ Antwort: „Da kann ich hier nichts machen, ihre email Adresse ist nicht aktiviert, gehen sie raus, dann nach rechts, vorbei an den Toiletten die Treppe runter zu den grünen Türen.“ Ok, ich ziehe los. Diesmal finde ich grüne Türen. Eine ganze Menge. Genauergesagt sind in dem Gebäude an dem ich jetzt stehe alle Türen grün. Ich bekomme schon wieder leichten Zorn. Eine Tür steht offen, da steht nen Zettel mit IT irgendwas dran, aha, IT, das muss es sein.

Erkläre dem Kerl aus 4 Meter Entfernung, weil er zu faul ist aufzustehen, was mein Anliegen ist. Er erklärt mir, dass er nicht wüsste, ob das Problem nicht vielleicht bei meiner Karte läge. Ich sage, nein, die funktioniert. Ich soll doch einfach die PC-Hilfe Nummer anrufen, da würde man wissen was zu tun ist.

Narf. Wieder zurück ins Büro. Nummer gewählt. Brauche 5min, um dem Kerl mein Problem zu schildern, mir ist es ja auch nicht klar, wie soll ich es denn dann auch ihm erklären. Er sagt, ich solle wieder zurück zu den IT Leuten, oder zu der Stelle wo man Karten ausstellt. I glaub i werd närrisch.

Nein, zu den IT Leuten gehe ich definitiv nicht nochmal, besser gleich zur Kartenstelle, da war ich ja schon zu Beginn meines Aufenthaltes mehr als oft.

Mittlerweile hab ich schon wieder 30 Minuten verschwendet. Es ist heiß draußen, ich bin schweißgebadet. Doch das Schicksal hat ein Einsehen. Ich gebe dem Kerl meine Karte, der zieht sie durch. Er findet kein Problem. Ich frage mich, ob es hier wohl nur deshalb so heiß ist, weil in meinem Innersten allmählich die Kernfusion zu zünden beginnt. Ich versuche entspannt ihm meine Geschichte zu erzählen, aber er merkt dass ich fertig bin mit den Nerven und meint: „Keep cool, don’t panic. Ich helf dir.“ Danke, danke. Ich habe einen Helfer, wir gehen in die Bibliothek. Jetzt erinnert mich das wirklich an Asterix erobert Rom, mal schauen wieviele Leute ich so um mich sammeln kann.

Der Bibliothekar verweist abermals auf diese blöde Meldung, zeigt sie aber meinem Helfer. Und dann bin ich erstaunt, bzw. eigentlich nicht. „Da muss er doch garnicht zu den IT-Leuten, da muss er zum Govan Mbeki Gebäude.“ Der Sack hat mich doch absichtlich einfach so rumrennen lassen, was zum Henker, gibt es hier das Wort Organisation eigentlich?

Aha, also los. 5min Marsch. Wir sind dort. Da sitzt nen 20 Jähriger am PC, der gerade abgestürzt ist und neustartet, der auf Plastik rumkaut und in etwa so intelligent wirkt, wie das zerkaute Stück Plastik in seinem Mund. Da werden wir unsere Antwort nicht finden, denke ich noch. Und das bewahrheitet sich. Mein Helfer erklärt das Problem. Mein Email account wird gecheckt. Funktioniert. Ach was! „Ruf doch mal in der Bücherei an.“ „Wie? Hab die Nummer net.“ „Ruf die Auskunft an, dann kriegst sie.“ Unterhalten sich mein überaus netter Helfer und die Unfähigkeit gegenüber. Es wird telefoniert. Problem jedoch nicht erkannt. Wir werden 3 Türen weiter geschickt.

Da sitzt ne nette Frau am PC. Wir erklären mein Problem. Sie weiß auch nicht weiter. Begleitet uns aber zurück zum dem Kerl am PC. Oha, schon zu dritt, das unfähige Dutzend schaff ich doch. „Was ist hier los?“ Fragt sie. Er erklärt es. Sie: „Mit wem aus der Bibliothek hast du gesprochen.“ „Ähm, weiß net.“ „Dann ruf nochmal an.“ „Ähm, weiß die Nummer nicht.“ Sie weiß nicht weiter. Mein Helfer: „Auskunft anrufen.“Gesagt, getan, das Fräulein redet mit dem Kerl in der Bibliothek, macht klar, dass mit meinem email Account alles klaro ist, ich hätte volles OK von ihr (sie scheint die Chefin von irgendwas zu sein). Sie verabschiedet sich. Mein Helfer führt mich wieder zur Bib.

Der Kerl zieht wieder meine Karte durch à noch immer der Fehler. Und ich sehne mich nach einem produktiven Gespräch mit einem 3 jährigen, der meiner Sprache nicht mächtig ist. „Wir gehen jetzt zum Chef.“ Aha, ein Machtwort. Also zum Chef der Bücherei, dieser ist , man beachte, 4 Meter entfernt in seinem Büro. Da war ich auch schon, dem hatte ich meine Vollmacht vor einigen Wochen gegeben.

Wir erklären das Problem. Er nimmt meine Karte und stellt fest: „Der Computer der Bücherei nimmt ihre Adresse nicht, die @uni-konstanz.de. Halleluja, die Lösung ist nah! Ich gebe ihm meine Adresse an dieser Universität und es klappt. Das Buch wird verlängert. Mein Helfer verabschiedet sich. Ich bin nach einer Stunde am Ziel. Man beachte: die Lösung war einfach nur 4 Meter entfernt.

Evidence of Incapacity sag ich da nur.

Ein Wort zu meinem Helfer: Sehr netter Mensch, super witzig, kennt die komplette Uni, labert mit jedem Mädel und meinte noch, dass das öfters vorkomme. Dass man Leute im Kreis schickt und früher oder später landen sie dann bei ihm und er löst die Probleme dann.


Nachtrag: Der Staat Südafrika zahlt anscheinend jeder HIV positiven Person 80€ pro Monat. Das ist nen richtiger Haufen Geld für jemanden, der jeden Tag an den Ampeln um Geld betteln muss und wohl auch kein Wunder, warum Leute sich absichtlich anstecken lassen. Hier wird definitiv ohne Hirn reagiert.

Montag, 5. November 2007

Der König der Straßen

Hallo erstmal. Ich weiß garnicht, ob sie es wussten, aber es gibt mich immernoch. Und! Ich bin soooooo ruhig. Seit dem Bunnybabies-Debakel ist es hier deutlich ruhiger im Haus. Candice scheint nicht mit mir zu sprechen, was nicht weiter schlimm ist, weil ich sowieso nichts mehr zu ihr sagen kann. Nachdem mir vorgehalten wurde, dass ich sie von Anfang an nicht leiden konnte, und das auf Grund beleidigender und herablassenden Sätzen wie: „Hi, how are you?“; „Morning“; „Hallo“, habe ich entschlossen einfach nichts mehr zu sagen, das sollte eigentlich relativ neutral sein.

Letzte Woche ging nicht mehr arg viel. Freitag gab es einen Lichtblick in der anhaltenden Pechsträhne Michaels. Wir haben wieder ein Auto! Aber leider nicht SEIN Auto, sondern den Landrover unseres Vermieters (siehe Bilder). Ich hab schon wieder vergessen, welches Fabrikat es ist, aber es scheint sich um eine militärische Variante zu handeln. Das Gefährt wiegt nämlich nur 1,8 Tonnen. Michael hat herausgefunden, dass das an diversen Alu Teilen liegt. Nun also zum Auto. Unser Plan: Nachdem Michael sein Auto nicht bekommen hat, haben wir unseren Vermieter angerufen, ob er uns aushelfen könnte. Der war jedoch in Ungarn, hat es aber an seine Frau weitergegeben. Freitag hat Frau Schneider dann das Auto vorbeigebracht. Jetzt muss man wissen, dass Frau Schneider die Mutter von Matthew ist, der auch hier im Haus wohnt, aber gerade 4 Wochen durch Europa zieht, und dass Matthew nen Auto hat, welches Candice benutzt. Wir konnten mit ihr einmal einkaufen gehen, aber wir wollten halt doch gern nen eigenes Auto. Letzterer Gedanke ist aber irgendwie in den unendlichen Weiten des Handyfunknetzes verloren gegangen. Denn Frau Schneider brachte den Landrover und nahm das Auto von Matthew mit. Warum? Abermals ist diese Frage nicht zulässig. Allerdings haben Michael und ich jetzt nen Auto und Candice keins. Also frohen Gemütes Samstag morgen in die Garage zum Landrover starten. Vorher die Instruktionen von Frau Schneider durchlesen: Es gibt nen Choke, den man ziehen muss zum Starten; es gibt nen Immobaliser, da steckt man in nen zusätzliches Loch am Lenkrad nen zusätlichen Schlüssel, welchen man 20 Sekunden drin lassen muss, erst danach kann man starten. Desweiteren stand dort der Satz: „Was immer ihr tut, schließt niemals, niemals, niemals die Fahrertür, die lässt sich nicht mehr öffnen,“ und „das Auto lässt sich nicht abschließen.“ Nunja, ich habe ja bereits erwähnt, dass man hier nachts sein Auto niemals an der Straße stehen lässt, weil man sich nicht sicher sein kann, ob es am Morgen dann noch da steht. Aber, wir nahmen uns einfach vor dort zu parken, wo nen Security Guard Wache hält.

Also eingestiegen und Leinen los! Aber ... Nichts. Motor startet nicht. Wieder Frau Schneider angerufen: „Batterie ist wohl leer.“ Sie beordert Mechaniker auf 13:00 Uhr. Dieser kommt...um 15:00 Uhr. Steigt ein und zeigt uns, dass wir den Joke nicht maximal draußen hatten. Also wird Gewalt angewandt und die Kiste fährt. Und wie. Die Gänge kriegt man nur mit Gewalt rein (Frau Schneider braucht manchmal beide Hände), wir haben nen gewaltigen Toten Gang, aber egal, wir sind jetzt größter PKW auf der Straße! WIR SIND GESETZ.

Wir versuchen immernoch die Ameisenplage (man beachte das Wort PLAGE, ich zähle die Dritte) im Auto einzudämmen, die Kiste ist halt doch in die Jahre gekommen.

Weil wir wieder mobil sind haben wir für Sonntag die Besichtigung eines weiteren Dammes angesetzt. Sonntag morgen steh ich auf, Frühstücke gemütlich - geplant war um 12:30 ne Freundin von Michael einzulanden und dann loszufahren - als Michael mir mitteil, dass wir um 11:00 noch zum Squash gehen. Antwortet man einem Südafrikaner auf die Frage, ob man gerne mal mit ihm Squash spielen gehen will, mit Ja, dann erfährt man von dem genauen Zeitpunkt möglichst kurze Zeit davor. Gegen 9:30 wussten wir also, dass wir um 11:00 Squash spielen „müssen“. Der Platz ist allerdings 30 Minuten weg, wir müssen vorher noch Schläger und Bälle einkaufen und danach wieder zurück, duschen, und dann rechtzeitig das Mädel abholen. Nunja, ihr ahnt es vermutlich schon. Es hat nicht geklappt. Einmal verfahren hat uns 10 Minuten gekostet, dann in windeseile Schläger gekauft, geflucht dass das Parkticket 50 Cent kostet, ins Auto gestiegen und dann standen wir. Das Auto hat keinen Pieps mehr gemacht. Sogar die Signalleuchte des Immobalisers war aus. ??? Verdammt. Parkwächter um Hilfe gefragt, danach zum Schlüsseldienst im Einkaufszentrum: „Da müssen Sie die Sicherheitsfirma anrufen, die das eingebaut hat.“ Frau Schneider versucht zu erreichen. Nimmt nicht ab. Verdammt! Sämtliche Pläne werden gecancelt. Nach ner halben Stunde treffen unsere Freunde vom Squash ein. Wir öffnen den Motorraum. Wo ist die Batterie? Kein Schimmer, keine Batterie zu erkennen. Was tun? Mal auf gut Glück den Vermieter anrufen, vielleicht ist der wieder zurück. Und tatsächlich, er ist zurück und hat eine einfache Lösung. Die Batterie befindet sich unter dem Beifahrersitz. Vorne am Beifahrersitz steckt ein Metallbolzen in einer Hülse, außer: Andi hat ihn beim aussteigen mit seinem Rucksack rausgezogen! Ohne diesen Stift, hat das Auto keinen Saft. Wieso? Warum? Weshalb baut man da so einen beschissenen Stift ein, den man so leicht rausziehen kann, und der die Stromversorgung vom kompletten Auto kappt? Den Stift kann man übrigens auch während der Fahrt rausziehen, das hat dann den netten Effekt, dass der Motor direkt ausgeht, die Servolenkung nicht funzt und die Bremse auch extrem schwer zu bedienen ist, was bei fast 2 Tonnen bestimmt nen mächtigen Adrenalinschub gibt. Also aus Sicherheitsgründen ist der Stift da sicher nicht. Letzteres ist uns nicht passiert, aber wohl mal Frau Schneider.

Auto läuft wieder, Michael und ich kommen uns einfach nur verarscht vor. Immerhin gehen wir dann doch noch Squash spielen, danach noch ins Schwimmbad und abends in den oscarprämierten deutschen Film „Das Leben der anderen.“ Der lief in Deutsch mit englischem Untertitel, war also ganz angenehm anzuschauen und ist wirklich nen sauguter Film.

Mal schaun, ob wir nächstes Wochenende zu einem der vielen Dämme fahren können, dann gibts auch mehr Bilder und weniger Schrift; versprochen.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Zocker vs. Zicken

AAAAHHHHHHHH! Ich könnte explodieren und dieses gesamte Haus mit in die Luft sprengen. Jetzt weiß ich zumindest wovor mich Michael gewarnt hat. So was dummes wie diese zwei blonden Weiber hab ich echt noch nirgends gesehen. Ich hätte wirklich mit der Wand sprechen sollen, das wär deutlich sinnvoller gewesen, zumindest kann man der nen positiven IQ zuordnen.

Was war passiert? Nun gestern abend komme ich heim von der Uni. Ich gehe zum Pool um zu schauen, ob unsere Abpumpversuche geglückt sind. Der Pool wird ja derzeit repariert, d.h. da ist nur so ne dreckige Schlammpfütze drin und jede Menge Kaulquappen. Unwahrscheinlich, dass die von den Kröten von vor einer Woche stammen. Waren vermutlich schon öfters Frösche im Pool. Übrigens: Wie kommen Kröten in einen Garten der ringsherum mit ner Mauer geschützt ist? Und selbst wenn sie an einer der wenigen Stellen, wo es möglich wäre, drüber gekommen sind, dann bleibt die Frage, wie zum Henker es die Kröten, ALLE 14 STÜCK, geschlossen den Weg die Treppen hoch in den Pool (dort hätten sie die Treppe finden müssen, um hinein zu gelangen, außer Kröten springen 1,5 Meter tief ins Wasser) fanden. Vorallem: ALLE! Es sprang nirgends noch eine einsame Kröte im Gras rum oder so. Meine Theorien:

1. Der Nachbar hat die zu uns rüber gesetzt, weil sie ihn auch gestresst haben. Aber anstatt 100 Meter weit zu laufen und sie in nen Park zu setzen, wollte er uns lieber stressen. Der Nachbar hätte sie nämlich an eine Stelle setzen können, von der aus sie zum Pool gelangt wären.

2. Es ist die erste, der biblischen Plagen und ich sollte meine Tür mit Lammblut beschmieren (Erstgeborener).

Ok, also da waren Kröten, wurden wie bereits erwähnt entfernt.

Was war also gestern? Ich gehe zum Pool, sehe der Schlauch, der das Wasser entfernt hängt lustlos herum (Schlauch wird komplett mit Wasser gefüllt, ein Ende ins Pool, das andere an eine möglichst tiefe Stelle, dann fließt automatisch Wasser aus dem Pool heraus. Hab den Namen dieses Prinzips leider vergessen, vielleicht kann mir ein Experimentalphysiker weiterhelfen J), will gerade gehen, da sehe ich ein Kaninchen! Hä! Verdammt, wie ist das Karnickel der Mitbewohnerin aus dem Stall gekommen. Ich schaue schnell nach. Hmm, ist noch da. Das darf doch nicht wahr sein, wie kommt das denn in den Garten? Gehe wieder raus zum Pool, Michael kommt raus. Verdammt! Da ist ja noch eins - verdammt, die zweite Plage? Waren das in der Bibel Bunnies? Da sitzen also 2 Kaninchen im Garten. Jetzt bin ich ja kein Veterinärmediziner, aber BUNNIES KÖNNEN VERMUTLICH GENAUSO WENIG ÜBER MAUERN FLIEGEN, WIE KRÖTEN! Michael ist ratlos, ich bin ratlos. Versuche eins zu fangen – misslingt. Wir machen erstmal was zu essen. Sitzen dann auf’m Balkon und schauen dem Treiben zu. Und man kann zurecht “treiben“ sagen, entweder zwei Schwule oder ein Pärchen rammelt da in unserem Garten rum. Die Mitbewohner stehen auf dem Balkon im ersten Stock und Lachen sich krank.

Fertig mit essen, es ist bereits dunkel. Hausbesitzerin wird angerufen, was wir machen sollen.

Mögliche Theorie von Michael geäußert: Gina, Besitzerin des heimischen Karnickels, wird im Dezember und Januar in Südamerika sein, kein Schimmer wer sich um das Viech kümmern soll, sie hat es ja ohne den Hausbesitzer zu fragen angeschafft, also ihr Problem. Aber! Drei Kaninchen, von denen zwei nicht ihr gehören, wären ein Argument, vielleicht alle 3 aufzunehmen und somit wäre ihr Karnickel eventl. auch versorgt. Während ihrer Abwesenheit. Herzhaft gelacht, wird aber doch ad acta gelegt.

Es ist Dienstag. Karnickel sind noch da. Hausbesitzerin hat einen Nachbar angerufen, dem gehören sie nicht, aber er verweist uns auf einen anderen. Also gehen Michael und ich dorthin und stellen fest, dass da zwei junge Mädels hausen, die seit gestern 3! Hasen vermissen. Wir bekommen nen Käfig, erzählen aber, dass wir nur zwei gesehen haben.

Die HASENJAGD beginnt. Michael ist hochgradig allergisch, also spielt er den Treiber. Cut!

Nach vielleicht 20min, in denen ich im lehmigen Dreck rumgerannt bin (am Pool wird ja gebaut) habe ich beide am Sack, .. ähm, im Käfig. Da schrillt eine Stimm von oben herab (ins Deutsche übersetzt): „Nicht einfangen, das ist das Weibchen, die hat da unter den Steinen nen Loch gegraben. Und Hasen tun das nur, wenn sie Kinder haben... UND wir haben heute Nacht kleine Kaninchen schreien gehört.“

Nummer eins: Das Kaninchen was ich zuletzt eingefangen habe ist definitiv ein Männchen, weil das immer oben saß.

Nummer zwei: Kaninchen kommen nicht einfach so in den Garten, hauen nen frischen Wurf Kinder unter ne Palette Steine und gehen dann zum Pool um rumzuvögeln!

Nummer drei: Ihr kennt Euch mit Kaninchen genausogut wie mit dem Aufräumen und Putzen aus.

Ich ignoriere sie also. Mache den Käfig zu. 3. Hase nicht in Sicht, also erstmal die zwei zurückbringen. Aber! Ich will vom Balkon ins Haus, da steht Candice. Verweigert uns den Weg, und befiehlt mir die „Mutter“ zurückzutun, damit die „Babys“ nicht sterben.

Ich bin ruhig, ein leichtes Flämmchen wird gerade im inneren entzündet.

Ich: „Das macht keinen Sinn, kein Hase springt rum und lässt sich rammeln, während die nackten Babys im Loch stecken und erfrieren!“ Sie: „Nein, nein, wir haben sie gehört, sie haben geschrien und Hasen graben nur Löcher, wenn sie Kinder kriegen.“ Also ich weiß nicht woher sie das wissen, aber: „Das ist einfach nur bescheuert, Hasen machen das nicht. Aber wir gehen zurück und fragen die Besitzer.“ Sie: „Nein, der Hase muss zurück.“ In diesem Moment muss wohl jemand Spiritus über mein Flämmchen geschüttet haben. Kabooom. Ich versuche ihr lautstark verständlich zu machen, das das total schwachsinnig ist. Sie: „Du warst schon immer gegen mich, seit du eingezogen bist!“ Mein Unterkiefer zerschellt auf dem Boden. Die Begegnungen mit ihr kann ich an einer Hand abzählen, die Sätze die ich mit ihr gesprochen habe an zweien.

Michael geht zu den Nachbarn und frägt nach, ob das Kaninchen schwanger gewesen sein könnte.

Ich bleibe und bewache den Käfig. Candice steht 2 Minuten vor mir, dreht und verschwindet im Haus. Verdammt, verdammt, verdammt, womit löscht man eine Spiritusflamme. Ausbrennen lassen!

Nach 5min kommt der Nachbar, mit Maglite. Es stellt sich heraus, dass die Kaninchen eigentlich Kastriert sind und, dass die vermeintliche Mutter, der Kerl ist. Es stellt sich heraus (DANKE MAGLITE), dass unter der Palette mit Steinen ein Loch ist, ein Loch von dem ein Tunnel wegführt, in den nur ne Maus passt. Keine Babys! KEINE BABYS! Hirn ich preise dich! Candice und Gina kommen raus, erzählen ihre Unglaubliche Geschichte dem Besitzer. Er erzählt, dass er es auch für unwahrscheinlich hält. Ich sitze abseits versuche den Mund nicht zu öffnen, andererseits würde die Feuersbrunst herausspringen und die Blondheit auf unserem Balkon zu Asche verwandeln.

Resultat: Die beiden Hasen sind wieder daheim. Morgen wird nach dem 3. gesucht. Der ist aber anscheinend schon alt, ich sollte also erst noch schauen, ob er nicht irgendwo seine Enkel oder Urenkel unter nem Stein versteckt hat, bevor ich ihn einfange.

Aber viel wichtiger: Ich bin so kluk, „K“ „L“ „U“ „K“, ich mein „K“ „L“ „U“ „G“ (aus Simpsons).

Allmählich ist die Flamme gelöscht und ich werde noch was zu essen machen.

Ich glaube ich sollte meine Diplomarbeit beenden und ein Studium der Meditation abschließen, anders kann man hier nur schwer überleben.

Vielleicht sollte ich nen Kaktus fressen – nein, nein, Feuer gehe aus, gehe aus.... Ist aus.

Bis bald, euer Herr der Zicken!

Sonntag, 28. Oktober 2007

Impressionen

Nachdem diese Woche nicht viel außergewöhnliches anfiel, will ich noch mal ein paar Eindrücke vom Alltagsleben vermitteln, im Rahmen des gestrigen Abend. Michael hatte gehofft seinen Saab nach 2 monatigem Reparaturaufenthalt (die Teile müssen nunmal erst von Schweden hier her gelangen) zurück zu bekommen. Bei der Probefahrt stellte der Mechaniker jedoch fest, dass wohl noch was an irgendeinem Lager kaputt sei, und es jetzt wieder mind. eine Woche dauern sollte. Daraufhin haben wir uns ein Taxi geholt, um irgendwo was Essen zu gehen. Taxis sind hier teuer. Ich würde mal schätzen 1€ pro km, was für deutsche Verhältnisse nicht viel ist, wenn man jedoch bedenkt, dass viele Menschen hier von 1€ pro Tag leben, dann kann sich das nicht jeder leisten. Michael kennt sich glücklicherweise mit Taxis schon aus, denn man muss zwischen den verschiedenen Anbietern schlau wählen, will man nicht ein Auto erwischen, das an jeder Ampel ausgeht, oder versifft ist. Bei der telefonischen Bestellung haben wir dann wieder die häufig anzutreffende südafrikanische Willkür kennengelernt: Adresse gegeben, dann meint er, sie seien grad ziemlich ausgebucht, aber wir sollen dann mal so in 15-20min rausschauen, aufgelegt. Ähhhm, wtf, das kostet uns Zeit, das kostet sie Zeit, kommt überhaupt nen Taxi? Nun ja, es kam. Wir standen draußen an der Straße, Taxi kommt, fährt vorbei, und hält 30m weiter beim Nachbar, der grad auch zufällig draußen stand und der scheinbar eher aussah wie jemand, der nen Taxi bestellt hat. Also sind wir (ich glaub es war nen Renault Kangoo, oder so) zur Florida Road gefahren, da gibt es scheinbar ziemlich angesagte Restaurants. Dem war auch so, ziemlich viel los, Leute standen schon auf dem Gesteig herum und haben auf freie Tische gewartet. Wir kommen hin, da ist zufällig nen freier Tisch für zwei, passt! Schon saßen wir also beim Italiener. Allerdings draußen an der Straße. So hatte ich zumindest wieder Gelegenheit die Fahr- und Parkweise der Südafrikaner zu bewundern. Die Straßen sind ja breit, d.h. parken ist beidseitig kein Problem. Und weil die Straßen so breit sind, stellt man sich auch einfach mal in die zweite Reihe, macht eventl. noch den Warnblinker an und verlässt mal das Auto. Nun gut, die Straße ist ja breit, breit genug um das auf beiden Seiten zu tun und breit genug, dass Schwachmaten sich sicher genug fühlen mit ihrem getunten Mercedes oder BMW mal kurz auf 100km/h zu beschleunigen, um den Hengst raushängen zu lassen, zum Vordermann aufzuschließen, um mit diesem dann bis zur nächsten Ampel auf der zweispurigen Straße (außer dort stehen Autos in 2.Reihe, s.o.) ein Rennen zu veranstalten. Ich fragte mich also: Brauchen die Südafrikaner so viel Platz auf den Straßen, weil die Straßen so breit sind; oder sind die Straßen so breit, weil der Südafrikaner so viel Platz braucht? Übrigens, wie schon mal erwähnt, es gibt hier keine Regel, auf welcher Seite man ein anderes Auto überholen darf. Das macht man je nach Bedarf, was auf dem Highway natürlich automatisch zu Need for Speed ähnlichen Fahrweisen führen kann. Erstaunlicherweise ist das eigentlich garnicht so gefährlich wie es sich anhört, weil die meisten nicht grundlos die Spur wechseln. Man nimmt also schon Rücksicht aufeinander. Zum Beispiel auch an einer Kreuzung, wenn die Ampel nicht geht. Da gilt wirklich, wer zuerst da ist, fährt zuerst. Und das funktioniert richtig gut. Man brettert hin. Hält, wartet bis die Autos dran sind, die da standen bevor man hinkam, und fährt dann weiter. Und eine Ampel würde den Verkehr nicht flüssiger verteilen können. Zu Stocken und Staus kommt es immer dann, wenn da mitte.n auf der Kreuzung nen Kerl steht, der den Verkehr mit Handzeichen regeln will

Das einzige was meiner Meinung nach richtig gefährlich ist auf der Straße, ist zum einen die Höhe der Busse, das sind ältere Modelle, die hinten gerade soviel Bodenfreiheit haben, dass die Motorhaube verschwinden würde, wenn man ihm hinten drauffährt, und man unweigerlich nen Cabrio danach hat. Zum anderen fahren hier Pickups herum, die auf ihrer Ladefläche Arbeiter oder Personen transportieren. Und diese sitzen nicht etwa auf der Ladefläche, sondern auf dem Rand. Und das finde ich mal richtig grob.

Nunja, wieder zurück zum Italiener. Das essen war richtig gut, ich hatte Gnocci alla Gorgonzola, schöne Portion, für 4€. Danach sind wir noch etwas die Straße runtergepilgert. Dort stehen öfters Security Beamte herum und es ist allgemein viel los, sodass man dort keine Angst haben muss überfallen zu werden. Allerdings gibt es schon viele Schwarze, die irgend einen Ramsch verkaufen wollen. Irgendwelche Skulpturen, Bilder etc. und Drogen! Mich hat tatsächlich einer angesprochen und mich gefragt, ob ich was bräuchte. Dazu hat er mir mit Gesten zu verstehen gegeben, was er denn so auftreiben könnte. Finger an der Nase reiben à klaro, das sollte doch was zum Schnupfen sein, Koks oder so; Ärmel hochziehen und auf die Vene deuten à nunja, das sind die Sachen mit Spritze. Aber, alles in einem super netten Ton, und nachdem er dann festgestellt hat, dass ich scheinbar nur Gras rauche; ich hatte eine Stickerei eines 3 blättrigen Blattes auf dem Pullover; hat er dann doch nach etwas Kleingeld gefragt (Coins, also Münzen), das ich ihm auch gegeben habe, worauf er glücklich verschwand. Coins gibt man hier übrigens sehr oft. Zum Beispiel dem ein oder anderen Security Mann, der scheinbar von niemandem eingestellt wurde, sondern eine Ich-AG betreibt. An vielen Parkplätzen stehen Schwarze mit Warnweste, die dir helfen nen Parkplatz zu finden und auf dein Auto „aufpassen“. Es war mir anfangs nicht bewusst, aber die werden natürlich genausowenig von jemandem angestellt, sondern die leben davon, dass wenn du weg fährst ihnen zwischen 20 und 40 Cent gibst (€ cent mein ich hier). Aber die sind meistens einfach super nett und ich glaube man ist eher bereit so jemandem, der versucht durch irgendeine Arbeit Geld zu verdienen, etwas zu geben, als denen, die einfach nur plump betteln und penetrant nerven.

Ich seh schon, ich schreib wieder zu viel. Deshalb wieder zurück zum Abend. Wir haben uns dann noch in ein anderes Kaffee gesetzt und ich hatte noch nen Cafe Latte, Michael einen Smoothie, btw. Südafrika ist das Land der Milchshakes. Danach wieder nen Taxi beordert, was dann auch ziemlich schnell kam. Kurz bevor wir daheim waren, ergab sich ein weiteres Beispiel für die temporäre Verpeiltheit von Südafrikanern. Unser Haus lag in Sichtweite und wir gaben dem Fahrer zu verstehen dass er doch bitte links ran fahren sollte. Ich weiß nicht warum, aber er ist einfach rechts abgebogen auf ne kleine Seitenstraße die zu nem leeren Uniparkplatz führte. Warum? Ich habe nicht die geringste Ahnung, vielleicht hätte ich nach nem Passierschein A 38 fragen sollen.

Zum Schluss noch ein paar Bilder die ich während eines Gewitters gemacht habe. Habe die Kamera leider noch nicht vollständig im Griff, sodass das alles via Automatik Funktion aufgenommen wurde. Bis demnächst, Andi.


Samstag, 20. Oktober 2007

Säugetier obsiegt über Reptil


Hi zusammen, mal ein ganz kurzes Intermezzo.
Hier nochmal ein paar Bilder von meinem grandiosen Ausblick vom Balkon, bei etwas klarerem Wetter. Dazu noch unser Kater Harvey, der sich auf dem Grundstück rumtreibt und wie man sieht alles tötet, was so herumschleicht.
Gestern war ich bei Freunden von Kollegen grillen. Habe dort nen Südafrikanische Kriegsveteran (Stiefvater des Veranstalters) kennengelernt und war schon schwer begeistert wieviel Information man durch "shit" und "fuck" wiedergeben kann. Das ganze hat an einem kleinen Pool stattgefunden, das Grundstück lag etwa 20min weg im Norden von Durban.
Rundherum hatte es sehr große Grundstücke und dementsprechend viel Natur. Habe die heimische Fledermaus kennengelernt, die mit sehr hohen Piepstönen auf sich aufmerksam macht (nein! ich kann keinen Ultraschall hören). Spannweite 30cm.
Michael und ich waren jetzt schon zweimal im Pool der Uni (zu Fuß 5min weg). Kaum was los, sehr sauber, werden wir wohl öfter machen.
Bis zum nächsten Mal, Gruß Andi

Dienstag, 16. Oktober 2007

Kröten und Passierschein A 38


So, hier wie versprochen das Bild von den Fröschen. Sie wurden alle tierlieb behandelt und in einem kleinen Park gebracht.
Dann mal noch was zum Thema "Wieviel Selbstbeherrschung braucht man bevor man hier nen Studentenausweis bekommt".
Gestern hatte ich schließlich alle Formulare zusammen. Letzte Woche hat meine Sekretärin mir nen Zettel gegeben, den ich ausfüllen sollte, wo dann meine Daten draufstanden und in welcher Abteilung ich bin. Daraufhin bin ich dann zu nem Kerl auf der anderen Seite der Uni (5min), um von dem zu erfahren, dass ich noch eine Bestätigung der Leitung der School of physics in schriftform brauche. Also wieder zurück. Es hat dann bis Montag gedauert, bis ich diesen Zettel mit Unterschrift hatte. Man beachte, die Unterschrift wurde von der Sekretärin gefälscht (der Chef hier, Mr. Pillay, hat das schon seit längerem legalisiert, weil er kein Bock hat, ständig was zu unterschreiben). Dass das garnicht seine Unterschrift ist, hat mir Michael gesagt, worauf mir wiederum unklar war, warum zum Geier ich am Freitag von der Sekretärin (Chantall) hören musste: "was? du willst das aber nicht noch heute haben oder?" Natürlich war mir das da fast schon wurst, weil sowieso zu bezweifeln war, dass Freitag Nachmittag überhaupt noch jemand hier schafft. So, dann also Montag wieder zu dem Kerl. Der hat mir dann noch ein paar Dinge auf dem Wisch mit meinen Daten ausgefüllt und die Bestätigung des Chefs alias Chantall drangeheftet. Bevor ich dann aber die Karte bekommen konnte, musste ich erst noch 3€ einzahlen. Ich bekam ZWEI Belege, einen über 2,65€ und einen über 0,35€. Warum? Das weiß hier nicht mal die Person die das Zeug ausstellt. Dann also zur Kartendruckabteilung: "Reisepass?" Scheiße, vergessen, fuck, sh**, *#+%$/ß()9. Also Dienstag morgen mitgenommen und wieder hin. Alles abgegeben, ein Bild wurde gemacht, Hintergrund hässliches hellgrün und den Ausweis bekommen. Da steht jetzt Contractor drauf, nach Meinung des ein oder anderen hier heißt das übersetz Bauunternehmer, oder Bauarbeiter, kein Schimmer, ABER!!!! ICH KOMME VERFLUCHT NOCH MAL NICHT INS GEBÄUDE!!! Also zu Chantall, sie meint, die Karte müsste man noch programmieren, also wieder zur Kartenabteilung. "Sie haben mir keinen Zugang zu Block H gegeben, das stand aber auf den Formularen." Antwort: "Ich brauche erst eine email von Chantall." WTF! Ein Formular "unterzeichnet" vom Leiter ist also nicht ausreichend, man braucht eine EMAIL der Sekretärin! Also wieder zu Chantall. "Email hab ich schon geschickt." Ich glaub ich gehe besser in den Stand by Modus, Gehirn darf man hier einfach nicht benutzen, das nimmt bei solchen Dingen bestimmt Schaden. Letztlich habe ich Chantall gebeten nochmal eine email zu schicken, sie hat aber gemeint ich solle ein bisschen warten bevor ich hingehe. Soweit so gut, bin also nach ner halben Stunde wieder hin und siehe da, jetzt habe ich einen funktionierenden Ausweis. Anscheinend komme ich damit auch in die Bibliothek, das wird aber erst heute Nachmittag getestet, fürs erste ist mein Verstand bedient.

Montag, 15. Oktober 2007

Shongweni Damm

Nächstes Update: Wie versprochen waren wir am Samstag am Shongweni Damm. Wir, das sind Thomas Konrad (Prof. aus KN), Michael (Doktorand aus KN) und Jonas (aus Schweden @Masterarbeit). Es ging 30min über die Autobahn. Und dann über Landstraßen zum Park. Es ist verblüffend und gleichzeitig traurig, wie schon 1km zwischen Reichen und Armen liegen kann. Am Park liegt ein typisch Südafrikanisches Dorf, was für europäische Verhältnis fast wie ein Ghetto wirkt. Irgendwelche Häuser, die besseren aus Stein, die schlechteren aus Blechen irgendwie zusammengenagelt. Die Leute laufen mitsamt ihren Viechern (Ziegen, Rinder, Hunde) willkürlich auf der Straße. Man lässt hier auch besser die Türen abgeschlossen.

Im Park: Man kann etwas am gestauten See herumfahren und dann das Auto abstellen und loswandern, oder erstmal die Zebras bewundern die da einfach so rumstehen. Wir waren schon um 8:30 gestartet, waren also früh dran und haben erstmal den Damm erkundet. Ob hier irgendwann mal Strom produziert wurde ist unklar, einen anderen Grund einen Staudamm dort zu errichten ist uns aber nicht eingefallen. Einmal duch die Staumauer durch haben wir dann auf der anderen Seite einen Tafelberg erklommen (das Gebiet dort heißt auch „Land der 1000 Hügel“). Von dort oben hatte man einen spitzen Ausblick. Etwa gegen 12:30 kamen wird dann total erschöpft und durstig beim Auto wieder an (Getränke oder ähnliches hatten wir natürlich nicht mitgenommen). Also aus dem Park raus und in diesem komischen Dorf an einer Art Kneipe angehalten. Sofort waren ein paar Schwarze (hört sich grob an, aber beschreibt sie halt eindeutig) um uns und haben um Biergeld gebettelt. Haben dann für 1,70€ (Touristenpreis aber mehr als in Ordnung) je eine 2Liter Cola Flasche in nem Imbiss dort gekauft, hatten überraschenderweise sogar nen Kühlschrank. Der eine Kerl wollte uns zwar überzeugen, dass wir ruhig hier irgendwo nach nem Mittagessen fragen könnten, das haben wir aber gelassen und sind etwa 15min in ne kleine Stadt gefahren. Dort war das Bild wieder komplett anders, Villen, riesige Gärten, Stacheldrähte, hohe Mauern, Elektrische Zäune, und überall die Schilder die den möglichen Einbrechern vor bewaffneter Verfolgung drohen. Wir haben nen super griechisches Restaurant gefunden. Für 6€ pro Person sind wir super satt geworden, hatten so ne große Platte für alle, mit ettlichen verschiedenen kleinen Gerichten, Getränk und nen griechischen Kaffee (Mokka ähnlich, winzige Tasse, schmeckt widerlich).


Danach gings wieder zurück. Thomas hat sich Brot für die Angel besorgt und versucht im Park was zu fangen. Ohne die richtige Ausrüstung wollte das aber nicht gelingen, dafür haben wir etwas Rugby gezockt, und zweimal den Ball gut im Wasser versenkt. Schwimmen wollte man da übrigens nicht, Grund weiß ich nicht genau, aber war auf eigenes Risisko und ich habe auch keinen gesehen der, außer in einem Kanu, auf den See hinaus ist. Rugby ist in Südafrika übrigens neben Cricket die berühmteste Sportart. Fussball wird auch geschaut, aber „nur“ europäischer Fussball. Während Cricket ein sehr absurdes Spiel ist, und über mehrere Tage geht, eine Zusammenfassung aber immernoch bis zu 7 Stunden, ist Rugby meiner Meinung nach einfach nur brutal. Keine Ahnung warum da nicht ständig einer schwerverletzt rumliegt.

Zurück zum Park: Wir wollten nach dem Angeln noch ein bisschen herumstreunern und Tiere sehen. Wir wussten, dass es Nashörner, Knus und diverse Antilopen geben sollte. Wir erfuhren von einem Ranger, dass die Wege noch nicht freigegeben sind, aber wir könnten es versuchen. Allerdings sollten wir nicht den Weg zu einem bestimmten Gipfel nehmen, da soll es wohl einheimische geben, die mitunter schon junge Frauen mit dem Messer bedroht und ausgeraubt hatten. Wir waren zu diesem Zeitpunkt aber 3 starke Männer (Michael ist früher zurück), also zogen wir los. „Risk and Return!“ heißt ein Sprichwort, „riskiere etwas und es wird sich (wenn es klappt) lohnen.“ Das traf auch ein. Wir erschracken als plötzlich eine Herde Mpalas (Antilopen) unseren Weg kreuzten. Total aus dem nichts tauchten sie auf. Wie man auf den Bildern sieht ist die Natur fernab der Straße mitunter richtig unzugänglich, man kann hier nicht einfach in den Wald spazieren wie bei uns daheim.


Außerdem sahen wir eine Herde Knus. Beim Rückweg waren diese auch für einen Adrenalinschub bei meinen Kollegen verantwortlich, als sie auf dem Weg um eine Ecke getrabt kamen und wild schnaubend anhielten, um dann einen Weg um uns herum zu suchen. Als erfahrener Großwildjäger (wer einen TankJunior töten kann, der darf sich so ruhig bezeichnen *Q3 Insider) blieb mein Herzschlag jedoch unverändert, immerhin sind Tiere im Gegensatz zum Menschen berechenbar. Deshalb hatte ich viel eher schiss vor den Kerlen mit den Messern und wir überlegten, wie wir ihnen im Notfall am besten entgehen konnten. Da meine Kamera die mit Abstand gefährlichste Waffe in unserem Besitz war, hatten wir uns jedoch relativ schnell aufs wegrennen begrenzt.


Zurück am Auto war es gerade dunkel geworden, also fuhren wir heim. Ich hasse und liebe die Autobahnen hier. Sie sind fast immer 4 spurig, das ist sehr gut. Allerdings fahren hier wirklich riesige Trucks, die auch einfach mal wegen Motorenproblemen mitten auf der Straße stehen. Überholt wird hier übrigens sowohl links als auch rechts. In Durban selbst gibt es auch 1,5 spurige Straßen, da überholte man genau dann, wenn der andere nicht mittig fährt.

Am Abend gabs dann noch ein bisschen Rugby und Bier. Haben mal für 40€ diverse Biere aus der Region gekauft, um einen Überblick zu bekommen. Wein kommt hoffentlich auch noch, denn wenn man hier für 5€ ne Flasche kauft hat man schon was super Gutes und für 10€ sogar was richtig Edles.

Sonntag waren wir dann noch auf Froschjagd. Der Pool hat sich durch den Regen etwas mit Wasser gefüllt, das ergab dann ne widerliche grüne Brühe. Nachdem in der Nacht Michael kein Auge zu getan hat, weil die Kröten die sich dort zusammengefunden hatte aus vollem Hals geschrien haben wie die bekloppten, sind wir am Morgen los und haben sie gefangen. Es waren 14 schleimige Viecher, ein Bild wird nachgereicht.

Das wars erstmal wieder von mir.

P.S. Alles Gute zum Geburtstag Papa!

Freitag, 12. Oktober 2007

Regen im Paradies

Sanibonani,
das ist Zulu und ist eine Begrüßung. Ich versuche grad das ein bisschen zu lernen, vielleicht kann man so einen etwas anderen Zugang zur schwarzen bevölkerung bekommen. Allerdings ist die Sprache schon verflucht schwer. Es kommt sehr auf die Betonung an, und bei einer Begrüßung muss man dem gegenüber richtig ansprechen, damit es nicht unhöflich wirkt. Z.B. spricht man eine ältere Frau genauso an, wie man seine Großmutter ansprechen würde, damit zeigt man dann in gewisserweise Respekt vor dem Alter. Auch witzig ist, dass Zulu Klicklaute enthält, es gibt 3 verschiedene Zungenschnalzer, die man im Wort mitunter unterbringen muss. Und das ist wirklich verflucht schwer.
In dieser Woche hat es fast jeden Tag gepisst. Und zwar so richtig weltuntergangsmäßig. Hier mal ein Bild wie dann der Blick auf die Stadt aussieht:
Michael hat das bisher auch noch nicht erlebt, dass es solange so stark geregnet hat. Ich bin etwas überrascht, dass das Wasser trotzallem abläuft. Hier ist es doch sehr hügelig, hatte damit gerechnet, dass man manche Straßen nicht mehr benutzen kann. Allerdings sind die Südafrikaner unfähig Wege zu bauen. Sie sind ware Meister eine gerade Fläche so zu teeren, dass man sie bei Regen nicht benutzen kann. Und das auf dem kompletten Campus. Teilweise wird dann alles nochmal aufgerissen und neu gemacht. Unfähigkeit kann aber nicht mit Unfähigkeit bekämpft werden.
Jetzt noch ein paar Bilder bei Nacht:














Ich denke das kann sich sehen lassen.
Heute ist das Wetter jedoch bombig, wird allerdings dann auch schon gut warm. Mittlerweile hab ich auch meinen Account für das Internet an der Uni, aber das ist einfach so langsam, dass ich meist über mein erworbenes Vodafon Funkmodem, also via UMTS, ins internet gehe. 500MB pro Monat @19€. Das ist noch vertretbar. Was ich allerdings noch immer nicht habe (die zuständigen Personen hatten jetzt 2 Wochen Zeit) ist mein Besucher Ausweis um hier die Türen zu öffnen an der Uni. Die sind meistens nämlich verschlossen, und man kommt auch nicht raus ohne diese Dinger. Die organisation ist hier etwa wie bei Asterix erobert Rom, als die beiden den Passierschein A38 brauchen und in diesem Irrenhaus landen. Man muss allen alles aus dem Ar*** ziehen und es kann sein, dass das was gestern funktioniert hat, heute beim gleichen Kerl nicht mehr funktioniert. Warum? Kein Schimmer, diese Frage darf genauso wie in der Physik einfach nicht gestellt werden :-)
Morgen geht es vermutlich an einen Damm, wo wir fern ab der Zivilisation fischen wollen und hoffentlich auch noch diverse andere Tiere sehen. Als vorgeschmack schonmal ein Tier das man überall findet, den Centiped, also Hundertfüßer:
Die können eigentlich garnichts die Viecher, ringeln sich zusammen wenn man sie berührt. Von was die Teile leben und wie sie ins Haus kommen wissen wir nicht, genauso wenig wie sie sich fortpflanzen. Haben uns schon überlegt, ob die sich vielleicht einfach in der Mitte teilen *megalol.
Dumm ist, wenn man nachts auf sowas drauftritt, das gibt ne super sauerei.

Bis bald Andi

Montag, 8. Oktober 2007

Erste Eindrücke

Hallo zusammen,

die ersten 5 Tage in Durban sind rum und es ist Zeit für ein kurzes Resumee. Ich hab das Gefühl ich wär hier schon nen ganzen Monat, soviel hab ich schon erlebt. Donnerstag kam ich mittags um 12:30 hier an. Hatte 2 stunden geschlafen und beim letzten flug hat der Druckausgleich irgendwie nicht funktioniert, mir taten immer mehr die Ohren weh, bis ich dann schließlich taub aus dem Flugzeug kam. Michael, ein Doktorand auch aus KN, mit dem ich auch zusammen wohne, hat mich aber trotzdem mitgenommen. Dann hab ich auf der Fahrt zur Uni erstmal festgestellt, dass die Südafrikaner auf der linken Seite fahren. Und sie fahren alles, was irgendwie noch rollt. Die Straßen sind extrem breit, was daher kommt, dass man früher mit ner sechsspannigen kutsche noch drehen können musste. Öffentlichen Transport gibt es hier nicht, das funktioniert mit so mini bussen, die heizen wie die doofen, sehen teilweise schrottig aus, aber alle! haben super geile felgen und nen aufgedrehtes soundsystem :D Als Weißer benutzt man die aber scheinbar besser nicht.

Jetzt zur Wohnung: That's not a house, that's a fucking villa! riesiges Teil, ich denke die Bilder geben nen ganz guten Überblick. die Aufnahme der Stadt hab ich vom Balkon aus gemacht. da hat es noch nen großen festinstallierten Grill und vielleicht Anfang nächsten jahres funktioniert der pool auch wieder :D


Mittbewohner: Michael (Doktorand aus KN), Matthew (Sohn des Vermieter, studiert in den letzten Zügen), Candice (Freundin von Matthew, studiert), Gina (studiert).


Alle super nett, die Mädels sollen ab und zu zicken, aber das wird an mir abprallen.

Was noch so geschah: Donnerstag waren wir abends essen in nem superfeinen Fischrestaurant direkt mit meeresblick. Ich hab Muscheln gegessen und den Fisch des Tages, dazu nen super leckeren Weißwein (1,50€ pro Glas, sry Nic). Essen allgemein ist hier halt so saumäßig billig. An der Uni kostet ein Gericht 1,50€ !!! randvoll, super gut und viel Fleisch und dazu für 50 Cent ne Cola.

Freitag waren wir dann noch einkaufen, und auch im Supermarkt ist fast alles super billig. Ein großer Unterschied ist die Anzahl an Personal, überall trifft man jemand, den man fragen kann wenn man ne Information braucht. Ob das was der dann erzählt brauchbar ist, ist aber die andere Frage. Außerdem geht alles super langsam, die Worte Schnelligkeit und Pünktlichkeit existieren hier nicht. Es gibt überall wo man parken kann Parkwächter, Schwarze im Neonhemd die dir nen freien Platz weisen, und beim wegfahren 20cent kassieren. Unbewachte parkplätze meidet man besser, und vorallem lässt man nichts im Auto liegen, sonder verwahrt es wenn überhaupt im Kofferraum, damit es keiner sieht. Abends habe ich dann Poetry Africa mit Thomas und Michael besucht. Dort haben auf ner Bühne internationale Künstler Gedichte und Songs zum besten gegeben. War sehr amüsant, auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Das interessante für mich war, wie das Publikum mitgegangen ist, war die Geschichte traurig, dann hat man raunen gehört; war sie lustig, oder hat zuspruch gefunden, dann springt schonmal jemand auf, und gibt dem Dichter lautstark recht.

Samstag bin ich mit Jonas (macht grad seinen Master und kommt aus Schweden) surfen gegangen. Für 7€ bekommt man ein Brett für 4 stunden und kann an einem für Schwimmer gesperrten Strand seine Skills testen. Meine Skills waren ja nicht wirklich vorhanden, habe mich aber anscheinend nicht doof angestellt (so hat mich Jonas zumindest versucht aufzumuntern). Allerdings waren die Wellen einfach zu heftig, man ist fast nicht rausgekommen. Ich hab viel zu viel Salzwasser geschluckt und hatte nachdem ersten richtigen Brecher extrem respekt vor der Gewalt des Meeres. Da bleibt man schonmal für ne Zeit unterwasser ohne ne Chance zu haben aufzutauchen. Ich musste auch feststellen, dass das Meer nen ganz gutes Aiming hatte, das surfbrett hat mich doch mehrere Male ziemlich hart getroffen. Nen Headshot war zum Glück aber nicht dabei :D , dagegen sichert man sich indem man die Arme um den Kopf nimmt. Auf jeden Fall war ich Samstag abend ziemlich zerschunden, das hat mich aber nicht davon abgehalten nochmal zu Poetry Africa zu gehen. Leider waren an diesem Abend vorallem nationale Künstler auf der Bühne und jeder zweite Vortrag war auf Zulu (Sprache der Schwarzen), ich hätte das sehr gern verstanden, weil das Publikum (vorwiegend schwarz) dort immer sehr extrem mitgegangen ist.

Danach wollten wir noch in einen Rockclub. Da war das Bild wieder komplett anders, fast nur Weiße. Dachte auch erst, ok, das sieht ja fast so aus wie in Deutschland, allerdings hab ich noch nie eine solch abgefuckte Toilette gesehen. Die Leute gingen auch ganz gut ab zu ner Liveband. Als jedoch der erste Stagediver bekanntschaft mit dem Deckenventilator gemacht hatte und die Bühne von Betrunkenen gestürmt wurde und die ein oder ander Soundbox weichen musste, war dann doch ein deutlicher Unterschied zu meinen Erfahrungen daheim ersichtlich.

Sonntag hab ich dann das erstemal richtig ausgeschlafen und bin Mittags dann mit Thomas in ein Museum. Leider sind wir erst um 16:00 dort angekommen, und wurde gerade geschlossen. Daraufhin sind wir bisschen durch die Innenstadt gezogen. Erst seit 1994, der Abschaffung der Apartheit, dürfen überhaupt Schwarze in die Innenstadt. Danach haben sie diese jedoch quasi überflutet, und die Weißen wurden mehr oder weniger vertrieben. Das hört sich jetzt hart an, aber so nen richtiger handfester Konflikt ist da nicht enstanden. Die weißen haben sich einfach nicht mehr wohl gefühlt und sind wo anders hin. Wir sind auf jeden Fall aus der Masse herausgestochen , aber den weg durch den Markt haben wir gut überstanden. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass man da überfallen werden könnte.

Abends waren wir dann noch im Joecools (www.joecools.co.za), einer der angesagtesten Läden am Strand. Man zahlt 2€ Eintritt, hat dann live musik, und kann super Cocktails schlurfen. Dort hab ich für 5€ nen Burger mit Pommes und Bier getrunken und danach eben noch einen der leckeren Cocktails. Die Kosten da übrigens maximal 3,50€. Interessant fand ich, dass dort schon um 19:00 die hölle los war. Es scheint allgemein so zu sein, dass Party maximal bis 24:00 gemacht wird, so dass alles sehr früh beginnt. Deutlich besser, als das Deutsche "vor 11 braucht man nicht in die Disco."

Kurz zur Tierwelt: Ich hab bereits Affen auf unserem Grundstück gesehen, es gibt 10cm lange 100 Füßer, Centipeds oder so ähnlich genannt. Die Vogelwelt ist komplett anders, es gibt ein paar bekloppte Vögel die nachts durchgehend schreien, und selbst die gemeine Taube ist leicht anders als unsere. Kürzere Flügel und deutlich schneller. Es soll Falter geben, die etwa handteller groß sind. Übrigens: Haie gibts hier auch, Tigerhai, weißer Hai usw., seit man aber vor 20 Jahren Netze vor den Stränden gespannt hat, gab es nur 2 registrierte Hai Angriffe, sodass man sich schon sehr sicher fühlen kann. Ich hoffe ich kann noch irgendwann eine Safari unternehmen, teilweise macht man das auch privat, fährt also einfach zu nem Wasserloch und wartet den ganzen Tag und schaut den Tieren zu.

Soweit so gut, melde mich bald wieder, wenn es Neuigkeiten gibt. Hoffe es geht euch allen gut, cu, Andi